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Bardcore: Im Interview mit der einzigartigen Hildegard von Blingin'

In den letzten Wochen hat sich im Netz ein neuer Trend etabliert: Plötzlich sieht man sich überall mit mittelalterlichen Adaptionen von modernen Pop- und Rocksongs konfrontiert. Das auf den ersten Blick skurril anmutende Phänomen wird etwa auf YouTube millionenfach rezipiert. Die neue Musikrichtung wird als Bardcore bezeichnet (eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen Barde, einem mittelalterlichen Poeten und Sänger, und der Musikrichtung Hardcore), der von verschiedenen YouTubern mit großem Aufwand produziert wird.



Note: The interview with Hildegard was conducted in English. We have published it for our non-German guests further below.

Als Initiator des internationalen Trends wird der deutsche YouTuber Cornelius Link gehandelt, der kürzlich ein Interview mit dem Deutschlandfunk geführt hat. Dessen mittelalterliche Version von Tony Igys Hit ›Astronomia‹ aus dem Jahre 2010, die er mit Adaption des sogenannten Coffin-Dance-Meme kombinierte, begründete laut Guardian am 20.04.2020 das Phänomen Bardcore. Cornelius Links Arbeiten beschränkten sich noch darauf, die Instrumente und die Tonspur der Lieder im Hinblick auf einen mittelalterlichen Kontext anzupassen.



Kurz darauf hob die YouTuberin Hildegard von Blingin‘ Bardcore auf eine neue Stufe, indem sie über Cornelius Links instrumentaler Version des Songs ›Pumped Up Kicks‹ von Foster the People eine eigene Gesangsspur legte und zudem auch den Text des Liedes modifizierte. Ihre Version des Liedes wurde bis dato über 4,5 Millionen Mal angesehen.



Die Kommentare unter den Liedern von Hildegard von Blingin‘, Cornelius Link und weiteren Vertretern des Genres geben Einblicke in das Mittelalterbild der Rezipienten und machen – neben der Umsetzung der Lieder an sich – Bardcore zu einem geschichtskulturellen Phänomen, das für entsprechende mediävistische Fragestellungen von Interesse ist.



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YouTube-Kommentarspalten als Unterrichtsersatz?



Umso mehr freuen wir uns, dass sich Hildegard von Blingin‘ dazu bereit erklärt hat, uns einige Fragen zu ihrer Arbeit, zur Entstehung ihrer Lieder und zu ihrer eigenen Beziehung zum Mittelalter zu beantworten.



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Hinter dem Pseudonym Hildegard von Blingin‘ verbirgt sich eine 28-jährige Kanadierin, deren mittelalterliche Cover von bekannten Liedern ein riesiges Publikum erreichen.



Mittelalter Digital: Liebe Hildegard von Blingin‘, zunächst herzlichen Dank, dass du die schützenden Mauern des Klosters verlassen hast, um dir Zeit für dieses Gespräch zu nehmen!



Hildegard: Danke, dass ihr mich eingeladen habt! Es ist gut, ab und zu mal rauszukommen.



Mittelalter Digital: Würdest du dich und dein Team kurz vorstellen? Wer sind die Menschen hinter Hildegard von Blingin‘?



Hildegard: Ich bin nur ein bescheidener Barde, der in seinem Schlafzimmer-Studio eingesperrt ist. Aber ich verlasse mich stark auf den Input meiner Familie während des Arbeitsprozesses. In einigen meiner Lieder ist mein Bruder, der auf meinem Kanal als Friar Funk bekannt ist, prominent vertreten, und die ersten beiden Videos, die ich hochgeladen habe, enthalten Instrumentalstücke von Cornelius Link (s. o.).



Hildegards Cover von ›What is Love‹ (Original von Haddaway) ist ihr erstes veröffentlichte Lied und wurde über 1,5 Millionen Mal aufgerufen.



Mittelalter Digital: Wie würdest du deine Musik mit eigenen Worten beschreiben?



Hildegard: Ich würde die Musik, die ich mache, als respektlos und aufrichtig beschreiben. Sie ist leichtherzig, anachronistisch und ziemlich nostalgisch wie die Game- und Filmmusik, in die ich mich im Laufe der Jahre verliebt habe. Meine Musik ist sicherlich von der tatsächlichen Musik des Mittelalters beeinflusst, aber ich würde nie behaupten, dass sie den Stil einer bestimmten Zeitperiode genau wiedergibt.



Mittelalter Digital: Bard- oder medieval Cover sind seit wenigen Monaten ein wachsendes Phänomen, insbesondere auf YouTube. Was hat dich dazu bewogen, einen eigenen Kanal einzurichten und mittelalterliche Coverversionen von Songs aus der Popkultur aufzunehmen?



Hildegard: Als ich Cornelius Links Version des Sarg-Tanzliedes ›Astronomia‹ gehört habe, war ich sofort begeistert. Dann stieß ich auf seine anderen Instrumentalstücke und sah, dass die Leute in den Kommentaren ihre eigenen Texte schrieben. Also beschloss ich, es selbst auszuprobieren. Für Instrumentalstücke und Karaoke-Videos wende ich mich häufig an YouTube, aber bis jetzt war ich noch nicht so weit gegangen, dass ich wirklich etwas aufgenommen habe.



Mittelalter Digital: Hast du durch ein Hobby oder vielleicht sogar durch deinen Beruf eine besondere Verbindung zum Mittelalter?



Hildegard: Ich habe als Teenager klassischen Gesang studiert, und gegen Ende habe ich mich besonders auf alte Musik konzentriert. Historische Fiktion und mittelalterlich inspirierte Fantasy haben mich schon immer interessiert und in meiner spärlichen Freizeit übe ich mich in mittelalterlicher Kampfkunst. Gelegentlich komme ich auch dazu, mich in meinem Job als Illustratorin und Filmdesignerin an mittelalterlicher Kunst zu versuchen. Obwohl ich mir keine Illusionen über das harte, brutale Leben der Menschen im Mittelalter mache, muss ich dennoch sagen, dass es dort viel Schönes zu bewundern gibt.



Mittelalter Digital: Du passt nicht nur die Instrumente in gecoverten Lieder an, du änderst auch die Texte, um die Lieder in einen mittelalterlichen Kontext zu übertragen. Es scheint, dass deine Lieder aus drei Teilen bestehen: dem Text und der Melodie, die meist aus sehr bekannten Liedern stammen, den verwendeten Instrumenten und einem Bild, das Miniaturen aus mittelalterlichen Handschriften zeigt. Wie genau gehst du bei diesem Entstehungsprozess vor? Was ist dein erster Ansatzpunkt für ein Cover und welche Aspekte interessieren dich besonders?



Hildegard: Ja, mein Prozess lässt sich tatsächlich in drei Phasen zusammenfassen. Normalerweise beginne ich mit dem Text, bevor ich ein Instrumentalstück schreibe, da das eigentliche Festlegen der Instrumente mit Abstand der zeitaufwendigste Teil ist. Ich habe einige Lieder bis zu diesem Stadium entwickelt, nur um sie dann aufgeben zu müssen.



Manche moderne Songs lassen sich schlicht einfach nicht in einen mittelalterlichen Stil übertragen. Ich werde zwar besser darin, dass Potential eines Liedes einzuschätzen, aber oft genug merke ich dann doch erst, dass ein Song sich nicht eignet, wenn der Text bereits geschrieben ist. Manche Akkordfolgen werden nie ganz stimmig klingen, und manche Melodien werden zu modern klingen, egal was man tut.



Das Lady Gaga-Cover ›Bad Romance‹ ist mit knapp 4,5 Millionen Aufrufen eines von Hildegards meist rezipierten Liedern.



Mittelalter Digital: Du arbeitest nicht mit mittelalterlichem Liedmaterial, aber du bemühst dich, Lieder zu schaffen, die für dein Publikum mittelalterlich klingen. Inwieweit spielen Authentizität und Realismus für dich eine Rolle?



Hildegard: Wie ich bereits erwähnt habe, ist das, was ich tue, nicht als direkte Kopie der mittelalterlichen Musik zu bezeichnen. Ich versuche, das richtige Gefühl hervorzurufen, und das hängt weitgehend davon ab, dass ich das Tempo bestimmter Lieder verlangsame, die Grundtöne verändere, damit die Lieder weniger modern klingen.



Außerdem verwende ich Instrumente, die tatsächlich in mittelalterlicher Musik genutzt wurden. Kürzlich habe ich das Instrumentenpaket Era II Medieval Legends erhalten, das hat einen großen Unterschied gemacht.



Mittelalter Digital: Danke für diese ehrliche Antwort. Kannst du uns Einblicke in den Entstehungsprozess eines Liedes geben? Wo nimmst du die Lieder auf, welche Instrumente verwendest du, wie läuft die Postproduktion ab?



Hildegard: Ich nehme in einer kleinen Ecke meines Schlafzimmers auf, in der ich eine ganze Menge Ausrüstung zusammengetragen habe. Ich benutze das kostenlose Programm Garageband und nehme eine Mischung aus echten Instrumenten, wie der keltischen Harfe und verschiedenen Blockflöten, und gesampelten Klängen auf.



Normalerweise nehme ich zuletzt den Gesang auf. Dann gehe ich zur Mastering-Phase über. Ich bin keineswegs ein Experte, aber allein durch Ausprobieren und YouTube-Tutorials kann man eine Menge lernen.



Hildegards neuester Song ist das Cover von Dolly Patrons ›Jolene‹, das bereits kurz nach Veröffentlichung hunderttausende Mal aufgerufen wurde.



Mittelalter Digital: Du machst nicht nur großartige Musik, sondern bist auch äußerst erfolgreich damit (deine Lieder wurden auf YouTube bis zu 4,5 Millionen Mal aufgerufen). Hast du einen solchen Zuspruch erwartet? Was ist deiner Meinung nach der Grund für deinen Erfolg und welche Art von Feedback geben dir deine Fans?



Hildegard: Vielen Dank! Mit einer solchen Reaktion hatte ich tatsächlich nicht gerechnet, aber ich versuche auch, realistisch und bescheiden zu bleiben, da das Internet wankelmütig sein kann. Ich war mit dem Algorithmus (von YouTube, Anm. d. R.) zweifellos gesegnet und muss Cornelius Link zugutehalten, dass er einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass ich überhaupt Aufmerksamkeit erhalten habe.



Ich denke, die Mühe, die ich in diese Cover investiert habe, zeigt sich, und trägt definitv mit zu meinem Erfolg bei. Ich glaube aber auch, dass die Menschen das Gemeinschaftsgefühl genießen, das sie in diesem Genre gefunden haben. Man braucht sich nur anzuschauen, wie viel Spaß die Leute im Kommentarbereich haben, um zu erkennen, dass es sich dabei größtenteils um eine ziemlich positive und gesunde Ecke des Webs handelt.



Mittelalter Digital: Lass uns auf diesen Aspekt etwas genauer eingehen. Deine Lieder werden auf YouTube tatsächlich tausendfach kommentiert. Was wir besonders interessant finden: Die Nutzer setzen sich eingehend mit dem Inhalt der Lieder auseinander, indem sie beispielsweise überlegen, welche Charaktere sich hinter den Sängerrollen im Lied verbergen. Auf diese Weise laden deine Coversongs zu Interpretationen ein, die viel über das Verständnis des Rezipienten über das Mittelalter aussagen. Ist diese Beschäftigung der Hörer mit deinen Liedern in irgendeiner Weise interessant für dich?



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Hildegards Lieder laden die Rezipienten zu einer populärkulturellen Einordnung ein. Die meisten werden bestimmt die entsprechende Szene aus ›Die Ritter der Kokosnuss‹ von Monty Python, auf die hier angespielt wird, erkennen.



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Aber auch die Auseinandersetzung mit „echter“ Geschichte wird herausgefordert. Hier kommentiert ein User das Cover von ›Pumped up Kicks‹.





Hildegard: Auf jeden Fall! Ich liebe es, Kommentare wie diese zu lesen und die Geschichten und Witze dahinter zu sehen. In gewisser Weise ist dies Meme-Musik (Was ist ein Meme? Hier wirst du schlauer), und die Leute tragen zum Insiderwitz bei, wenn sie einen besonders „geistreichen“ Kommentar verfassen. Bei Bardcore hat das Element des Geschichtenerzählens und des Umrahmens eine besondere Bedeutung und viele Fans dieses Genres sind kreative Menschen, die Spaß an D&D, Spielen, Geschichte und Fantasyfilmen haben.



Mittelalter Digital: Als Deutsche müssen wir das Fragen: Warum hast du Hildegard von Bingen als Vorlage für dein Pseudonym gewählt? Ist Hildegard in deinem kulturellen Kontext eine bekannte mittelalterliche Figur? Hast du dich in irgendeiner Weise mit ihrer Figur auseinandergesetzt oder hat sie sich aufgrund einer gewissen Vertrautheit für potentielle Rezipienten und der Möglichkeit, ihren Namen spielerisch anzupassen, angeboten?



Hildegard: Mein erster Gedanke war tatsächlich: „Ich brauche ein albernes Pseudonym“, aber ich glaube, es geht tiefer als das. Meine Mutter ist Deutsche, und ich nehme an, dass ich mit Hildegards Werk stärker als andere aufgewachsen bin. Ich bewundere sie aus vielen Gründen, und ich liebe die Musik, die sie geschrieben hat, aufrichtig. Obwohl sie im Mittelalter lebte, war sie so etwas wie der Archetyp einer Frau aus der Renaissance. Zudem war in sehr vielen Bereichen erfolgreich.



Mittelalter Digital: Magst du uns abschließend sagen, woran du gerade arbeitest? Was sind deine Pläne für die Zukunft?



Hildegard: Seit kurzem arbeite ich wieder Vollzeit und bin deswegen erstmal wieder ziemlich eingespannt. Langfristig hoffe ich aber, genügend Cover für ein Album zusammen zu bekommen. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann einige Eigenkreationen vorstellen kann. Ich bin mir nicht sicher, wie groß der tatsächliche Aufwand wäre, meine Musik live aufzuführen. Am Ende bin ich nur eine einzelne Person, und ich genieße lieber die Ruhe und Abgeschiedenheit, wenn ich mich für Aufnahmen in meinem Kloster einschließe.



Mittelalter Digital: Wir wünschen Hildegard für ihre weiteren Projekte alles Gute und hoffen, in nicht allzu ferner Zukunft auf ein erstes Album aufmerksam machen zu dürfen. Wenn ihr nun auch Lust auf Bardcore habt, besucht Hildegard doch auf YouTube oder Soundcloud.



Das Interview führte Lukas Boch.



English version

In recent weeks, a new trend has established itself on the Internet: Suddenly you are confronted everywhere with medieval adaptations of modern pop and rock songs. This phenomenon, which at first glance seems scurrile, is being viewed millions of times on YouTube, for example. The new music genre is called Bardcore (a neologism made up of the terms bard, a medieval poet and singer, and the music genre hardcore), which is produced by various YouTubers at great effort.



The German YouTuber Cornelius Link, who recently conducted an interview with Deutschlandfunk, is considered the initiator of this international trend. His medieval version of Tony Igy’s 2010 hit ›Astronomia‹, which he combined with an adaptation of the so-called Coffin Dance Meme, founded the Bardcore phenomenon on April 20, 2020, according to the Guardian. Cornelius Link’s work was limited to adapting the instruments and the soundtrack of the songs to a medieval context.



Shortly afterwards, YouTuberin Hildegard von Blingin‘ took Bardcore to a new level by using Cornelius Link’s instrumental version of Foster the People’s song ›Pumped Up Kicks‹ to create a vocal track of her own and also modifying the lyrics of the song. Her version of the song has been viewed over 4.5 million times to date.



The commentaries below the songs of Hildegard von Bilgin‘, Cornelius Link and and other representatives of the genre provide insights into the medieval imagination of the recipients and – besides the realization of the songs themselves – make Bardcore a historical-cultural topic of interest for corresponding questions.



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YouTube commentary columns as a teaching substitute?



We are all the more pleased that Hildegard von Blingin‘ has agreed to answer a few questions about her work, the origin of her songs and her own relationship to the Middle Ages.



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Behind the pseudonym Hildegard von Blingin‘ stands a 28-year-old Canadian woman whose medieval covers of popular songs have reached a huge audience.



Mittelalter Digital: Dear Hildegard von Blingin‘, first thank you very much for leaving your monastery and taking time for this interview!



Hildegard: Thank you for inviting me! It’s good to get out now and then.



Mittelalter Digital: Would you briefly introduce yourself and your team? Who are the people behind Hildegard von Blingin‘?



Hildegard: I am but a humble bard cloistered in my bedroom studio, but rely heavily on my family for input during the work process. Several of my songs prominently feature my brother, known on my channel as Friar Funk, and the first two videos I uploaded include instrumentals by Cornelius Link (see above).



Hildegard’s cover of ›What is Love‹ (original by Haddaway) is her first published song and has been called over 1.5 million times.



Mittelalter Digital: How would you describe your music in your own words?



Hildegard: I would describe the music I make as both irreverent and sincere. It’s lighthearted, anachronistic, and rather nostalgic for the game and movie soundtracks I’ve fallen in love with over the years. It is certainly influenced by actual Early Music, but I would never claim that it accurately recreates any particular time period’s style.



Mittelalter Digital: Bard or medieval cover have been a growing phenomenon for some weeks, especially on YouTube. What made you create your own channel and record medieval cover versions of pop culture songs?



Hildegard: I heard Cornelius Link’s take on the Coffin Dance Song ›Astronomia‹ and was instantly inspired. Then I came across his other instrumentals and saw that people were writing their own lyrics in the comments, so I decided to have a crack at it myself. I frequently turn to YouTube for instrumentals and karaoke videos, but until now I haven’t gone so far as to actually record much of anything.



Mittelalter Digital: Do you have a special connection to the Middle Ages through a hobby or maybe even your job?



Hildegard: I studied classical singing throughout my teens, and toward the end really focused on Early Music. I’ve always enjoyed historical fiction and medieval inspired fantasy, and also practice Historical European Martial Arts in my spare time. I occasionally get to dabble in medieval art in my work as well, since I’m an illustrator and designer for film. While I am under no illusion about the hard, brutal lives that people lived during the Middle Ages, I can still say that there is a lot of beauty to be admired there.



Mittelalter Digital: Not only do you adjust the instruments of the covered songs, you also change the lyrics to transfer the songs into a medieval context. It seems your songs consist of three parts: the lyrics and the melody, which mostly come from very well-known songs, the instruments used and a picture showing miniatures from medieval manuscripts. How exactly do you proceed with this process of creation? What is your first starting point for a cover and on which aspects do you attach particular interest?



Hildegard: Yes, my process could be summed up into three stages. I usually start with the lyrics before I commit to making an instrumental, since actually laying down the instruments is easily the most time consuming part. I’ve taken some songs all the way through to this stage and had to abandon them, because not all songs translate well into this style. I’m getting better at identifying which ones will work, but it isn’t always easy to tell until it’s too late. Some chord progressions will never sound quite right, and some melodies will sound too modern no matter what you do.



The Lady Gaga cover ›Bad Romance‹ is one of Hildegard’s most popular songs with almost 4.5 million hits.



Mittelalter Digital: You don’t work with medieval song material, but you make an effort to create songs, that sound medieval to your audience. To what extent do authenticity and realism play a role for you?



Hildegard: As I’ve mentioned before, what I’m doing is not particularly accurate. I do try to evoke the right feel, and that largely comes down to slowing the tempo of certain songs, changing key notes to sound less modern, and using instruments that you might plausibly hear in actual early music. I was recently given the instrument pack Era II Medieval Legends, and it has made a big difference.



Mittelalter Digital: Can you give us insights into the process of creating a song? Where do you record the songs, which instruments do you use, how does the postproduction work?



Hildegard: I record in a little corner of my bedroom, where I’ve amassed a fair amount of equipment. I use the free program Garageband and record a mixture of real instruments, such as the Celtic harp and various recorders, and sampled sounds. I usually record the vocals last, then I move along to the mastering phase. I’m no expert by any means, but there’s a lot you can learn just from trial and error and YouTube tutorials.



Hildegard’s latest song is the cover of Dolly Parton’s ›Jolene‹, which was already viewed hundreds of thousands of times shortly after its release.



Mittelalter Digital: You not only make great music, you are also extremely successful (Your songs have been listened to up to 4.5 million times on YouTube). Did you expect such a interest? What do you think is the reason for your success and what kind of feedback do your fans give you?



Hildegard: Thank you! I was not expecting a reaction quite like this, but I’m also trying to stay realistic and humble, since the internet can be fickle. I was certainly blessed by the algorithm (of YouTube, Editor’s note), and must credit Cornelius Link for being a big part of the reason I received any attention at all.



I think the effort I put into these covers does show, and that’s part of it, but I also believe people are enjoying the sense of community they’ve found within this genre. You only need to look at the fun people are having in the comments section to see that, for the most part, it’s a pretty positive and wholesome corner of the web.



Mittelalter Digital: Your songs are also commented a thousand times on YouTube. What we find particularly interesting: The users deal with the song content in greater depth, for example by considering which characters are hidden behind the singer roles in the song. In this way, your cover songs invite interpretations that say a lot about the recipient’s understanding of medieval history. Are these readings of your songs in any way interesting for you?



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Hildegard’s songs invite the recipient to a popular cultural classification. Most of them will certainly recognize the corresponding scene from ›Monty Python and the Holy Grail‹, which is referred to here.



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But also the confrontation with „real“ history is challenged. Here a user comments on the cover of ›Pumped up Kicks‹.





Hildegard: Absolutely! I love reading comments like these and seeing the stories and jokes people come up with. In a way, this is meme music (see our article on memes for this topic), and people are contributing to the inside joke when they craft a particularly witty comment. There’s certainly an element of storytelling and re-framing to Bardcore, and many fans of this genre are creative people who enjoy D&D, gaming, history, and fantasy television.



Mittelalter Digital: As Germans we have to ask: Why did you choose Hildegard von Bingen as your alias? Is Hildegard a well-known medieval figure in your cultural context? Did you deal with her character in any way or did she offer herself because of a certain familiarity with potential recipients and the possibility to playfully adapt her name?



Hildegard: My first thought was “I need a silly pseudonym,” but I do think it goes deeper than that. My mother is German, and I suppose I grew up with more exposure to Hildegard’s work than others. I admire her for many reasons, and genuinely love the music she wrote. Despite living in the Middle Ages, she was the quintessential Renaissance woman, and was accomplished in many pursuits.



Mittelalter Digital: In closing, do you want to tell us what you’re working on now? What are your plans for the future?



Hildegard: I recently returned to working full time, so I’m a little strapped for time, but my longterm hope is to make enough covers for an album. I’m also hoping to eventually share some original compositions. I’m not sure how easy it would be to perform any of this live, since I’m only one person, and I rather enjoy the calm and privacy of locking myself away to record in my monastery.

Mittelater Digital: We wish Hildegard all the best for her further projects and hope to be able to draw attention to a first album in the not too distant future. If you are now also in the mood for Bardcore, visit Hildegard on YouTube or Soundcloud.



The interview was conducted by Lukas Boch.