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Geschichtserlebnisraum Roter Hahn: Im Interview mit Frank Thomas

Im Norden Deutschlands entwickelt sich seit vielen Jahren eine offene Kinder- und Jugendeinrichtung immer mehr zu einem "mittelalterlichen" Erlebnisort, an dem Große wie Kleine zusammenkommen, um eine gute Zeit zu haben. Wir haben mit Frank Thomas gesprochen, der das Projekt als Urgestein mit betreut – und dabei spannende Einblicke in die – wie wir finden – tolle Arbeit erhalten, die er und seine Kolleginnen und Kollegen mit und für Kinder und Jugendliche leisten.



Mittelalter Digital: Lieber Frank, seit über 25 Jahren gestaltet ihr euren Bauspielplatz Roter Hahn zu einem Geschichtserlebnisraum, der als offene Kinder- und Jugendeinrichtung kleinen wie großen Besucherinnen und Besuchern kostenfrei offensteht. Im Zentrum steht für euch also die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die bei euch außerhalb von Schule und Familie einen Ort zur eigenen Entfaltung finden können. Wie kam es dazu, dass ihr 1999 damit begonnen habt, auf eurem Areal auch verschiedene Rekonstruktionsbauten des Früh- bzw. Hochmittelalters zu errichten?



Frank Thomas: Als wir 1999 von der Hansestadt Lübeck eine Wiese zur Verfügung gestellt bekommen hatten, um einen Bauspielplatz zu eröffnen, suchten wir nach einem Thema für die ersten Sommerferien. Schnell kamen wir auf die Wikinger. Mitreißend für Kinder und mit einem Bezug zu Norddeutschland. Kinder konnten sich ihr eigenes Wikingerdorf bauen. Das war unser Plan.



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Der Geschichtserlebnisraum soll die Besucherinnen und Besucher zusammenführen.



Zum einen sollten sie sich an ihren eigenen Hütten kreativ ausleben können, zum anderen wollten wir eine Baustelle vorhalten, an der sie ein möglichst originales Gebäude aus der Wikingerzeit errichten konnten. Kinder an das Handwerk heranführen. Mit Spaß und fächerübergreifenden Bildungsinhalten. Das war unser Ziel. Entstanden ist ein wikingerzeitliches Grubenhaus, angelehnt an archäologische Funde aus Schleswig-Holstein.



Mittelalter Digital: „Das Mittelalter“ lockt ja grundlegend bereits die Kleinsten als Erfahrungs- und Fantasieraum – beim Kinderspielzeug, in Büchern und Filmen und vielem anderen mehr. War es für euch damit nur folgerichtig, euren Geschichtserlebnisraum „mittelalterlich“ zu gestalten – oder spielten (noch) andere Faktoren eine Rolle für diese Entscheidung gerade für diese historische Epoche?



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Frank Thomas: Von Beginn an waren wir von der Hansestadt Lübeck aufgefordert, neben der offenen Kinder- und Jugendarbeit Angebote für Schulklassen am Vormittag vorzuhalten. Unser Grubenhaus bot uns die Kulisse, handlungsorientierte Module zum Thema "Wikinger für Grundschulen" zu entwickeln.



Da Lübeck jedoch slawischen Ursprunges ist, erweiterten wir das Angebot in den darauffolgenden Jahren zu dem 3h Programm: Wikinger-Slawen-„Deutsche“, Multikulti im Frühmittelalter in der Lübecker Bucht. Wir nahmen Bezug darauf, dass das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen in unserer Region historische Normalität war und ist. Früher waren es die Skandinavier, Slawen, Franken, Friesen und Sachsen, heute sind es die Türken, Italiener, Polen und Deutsche in unserem Stadtbezirk.



Da wir von Beginn an mit chronischer Unterfinanzierung konfrontiert waren, begannen wir Projektmittel zu beantragen, um unsere handlungsorientierte Geschichtsvermittlung weiter auszubauen. Infolge solcher Projekte entstanden ein slawisches Blockhaus (nach Fundort Alt-Lübeck) und ein wikingerzeitliches Langhaus (nach Elisenhof, Tönning an der Nordseeküste).



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Dem Mittelalter treu geblieben sind wir aber auch, weil es so viele Handlungsfelder bietet, welche sich gut mit unserer klassischen Abenteuerpädagogik verbinden lassen. Feuer entfachen, schnitzen, bauen, töpfern, weben, Tierhaltung, Gartenarbeit, kochen über dem Lagerfeuer, Bogen schießen. Die Kinder zum Selbermachen animieren. Weg vom Konsumverhalten. Viel an der frischen Luft. Selbstwirksamkeit erfahren. Das wollen wir den Kindern mit unserer Abenteuer- und Erlebnispädagogik ermöglichen.



Mittelalter Digital: Auffällig ist euer Anliegen, eure Rekonstruktionsbauten auf historischen bzw. archäologischen Funden fußen zu lassen. Wieso ist euch das wichtig? Und wie „penibel“ seid ihr bei seiner Umsetzung?



Frank Thomas: Das, was wir machen, wollen wir möglichst richtig und gut machen. Was wir nicht können, wollen wir lernen. Das überträgt sich unserer Meinung nach auch auf die Kinder. Wir haben einen hohen Anspruch an unsere Arbeit, somit auch an das, was wir bauen. Wir mussten aber auch über die Jahre lernen Kompromisse einzugehen. Besonders beim Bau der Gebäude.



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Als das Bauamt z. B. im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens für die Kirche beanstandete, dass Diagonalverstrebungen in der Wandstabkonstruktion fehlen würden, entgegneten wir, dass die Originalkirche seit ca. 900 Jahren ohne diese in Norwegen stünde. Daraufhin meinte das Bauamt: „Ja, aber nicht nach deutschem Baurecht!“ Also mussten wir Diagonalverstrebungen aus Metall nachbessern.



Über die Jahre haben wir viel dazu gelernt. Wir haben Spaß an der Recherche. Wir dürfen mit großartigen Handwerkern und Künstlern zusammenarbeiten, die sich freuen, herausragende Aufträge von uns zu bekommen. Mit dem Europäischen Hansemuseum und dem Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck haben wir inzwischen Kooperationsverträge geschlossen und pflegen eine freundschaftliche Verbindung auf Augenhöhe.



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Mittelalter Digital: Mittelalterliches möglichst authentisch zu rekonstruieren, ist mittlerweile ja vielerorts Herausforderung wie Anspruch von Projekten, man denke bspw. an Campus Galli in Meßkirch (hier gibt's Einblicke von unserem Besuch) oder den Burgbau in Guédelon in Frankreich (hier findest du den Erlebnisbericht unserer Redakteurin Theresa). Wie würdest du euer Projekt im Vergleich zu beiden verorten? Ich nehme an, euer Schwerpunkt liegt sehr viel stärker auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, oder?



Frank Thomas: Mit diesen Einrichtungen können wir uns nicht vergleichen. Sowohl Meßkirch als auch Guédelon sind Forschungsstätten der experimentellen Archäologie. Ich verfolge und bewundere diese Projekte. Deren Qualität an Rekonstruktion können und werden wir nicht erreichen.



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Unser Projekt hat eine andere Ausrichtung. Uns geht es in erster Linie um die Menschen, die zu uns kommen. Das Mittelalter bietet hierbei vor allem eine schöne Kulisse für die soziale Arbeit in einem Stadtbezirk mit besonderen Herausforderungen.



Unsere große Stärke ist unsere Niederschwelligkeit. In Meßkirch, Guédelon oder jedem anderen Freilichtmuseum zahlt man Eintritt, schaut sich etwas an und geht wieder. Vielleicht kehrt man irgendwann wieder zurück, aber man bleibt Konsument.



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Unser Gelände ist 24 Stunden am Tag frei zugänglich. Es gibt keinen Eintritt. Mit unseren Stammkindern leben und arbeiten wir gemeinsam im Geschichtserlebnisraum. Sie haben die einmalige Möglichkeit, bei uns heranzuwachsen und Teil des Geschichtserlebnisraumes zu sein. Einige kommen seit 1999!



Wir versorgen gemeinsam die Tiere, kochen und essen zusammen und feiern gemeinsam Feste. Und das alles in dieser wunderschönen, identitätsstiftenden Umgebung. Da wir wegen unserer kulturellen Ausrichtung und der Schönheit des Platzes aber auch interessant für viele andere Menschen sind, Erwachsene, Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Migrationshintergrund und auch Touristen, kommt es zu einem bunten gesellschaftlichen Zusammentreffen. Inklusion wird gelebt. Unser Dorf mit Kloster und Kirche ist die Bühne hierfür.



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Als Kind habe ich beim Besuch von Freilichtmuseen immer gedacht, wie schön müsste es sein, dort spielen zu dürfen. Unsere Kinder können das heute im Geschichtserlebnisraum.



Mittelalter Digital: Wie stemmt ihr eure Bauprojekte – finanziell und prozessual? Und welche Rolle nimmt dabei eure pädagogische Arbeit ein? Wie werden die Kinder und Jugendlichen an der Umsetzung der Ideen bzw. Projekte beteiligt?



Frank Thomas: Der Geschichtserlebnisraum verfügt über eine Basisfinanzierung der Hansestadt Lübeck für die pädagogische Arbeit. Alle unsere Rekonstruktionsbauten, vom Grubenhaus bis zum Kloster, sind über zusätzlich eingeworbene Projektmittel realisiert worden.



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Zu Anfang haben wir die Häuser mit den Kindern und Jugendlichen selbst gebaut. Das schaffen wir mit dem Kloster nicht mehr. Heute bauen wir mit Auszubildenden, Berufsschulen, Wandergesell*innen und einzelnen Handwerkern aus der Region mit einer besonderen Leidenschaft fürs traditionelle Handwerk.



Es gibt Planungsphasen, Projektanträge, Bauanträge, Statiker usw. wie bei jedem anderen Bauvorhaben. Unsere Kinder helfen dann bei den Arbeiten ums Kloster herum. Steine schleppen, Baustelle aufräumen und bei der darauffolgenden Belebung.



Mittelalter Digital: Gab und gibt es große Herausforderungen oder gar „Stolpersteine“ bei der Realisierung eurer Projekte?



Frank Thomas: Die größte Herausforderung im Geschichtserlebnisraum war die Finanzierung für unser Kloster. Das erforderliche finanzielle Volumen war um ein Vielfaches größer als bei unseren bisherigen Projekten. Es hat 15 Jahre gedauert von der Idee bis zum ersten Spatenstich 2018. Ausschlaggebend für die Realisierung war die ehrenamtliche Unterstützung eines Unternehmensberaters im Ruhestand, der mit uns einen Businessplan für eine übergreifende Kultur-, Sozial- und Bildungseinrichtung entwickelt hat.



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Danach hat die erste große Stiftung, die in Lübeck ansässige Possehl-Stiftung, eine Zusage für eine große Summe gegeben unter dem Vorbehalt, dass wir die fehlende Restsumme zusammenbekommen. Für uns ein Meilenstein und der Durchbruch. Es hat kein halbes Jahr gedauert, weitere Stiftungen zu finden, die bereit waren auf diesen Grundstock aufzubauen.



Das war für den ersten und gleichzeitig größten und aufwändigsten Bauabschnitt mit dem Refektorium und dem Dormitorium. 2024 sind wir bereits beim dritten Bauabschnitt. Bis 2026 wollen wir das Projekt abschließen.



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Im Klosterprojekt bündeln wir die Erfahrungen der ersten Jahre in einem Leuchtturmprojekt. Wir verfügen mit dem Kloster über neue Möglichkeiten und Räumlichkeiten und wollen unsere Einrichtung langfristig auf ein solides Fundament stellen.



Vormittags Angebote für Kindergartengruppen und Schulklassen, nachmittags soziale Einrichtung für unseren Stadtbezirk und am Wochenende Kulturveranstaltungen sowie Vermietung und Verpachtung.



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Mittelalter Digital: Wieso habt ihr euch dazu entschieden, ein Kloster zu errichten?



Frank Thomas: Klöster waren die ersten Bildungseinrichtungen im nördlichen Europa, die das Wissen der Spätantike mit dem der Neuzeit verbanden. Nahezu alle Klöster verfügten über eigene Schulen. Kloster und Schule waren für den mittelalterlichen Menschen gleichgesetzt und die bedeutendsten Bildungsträger ihrer Zeit. Nachfolgende Klosterschulen sind als Keimzellen für die Bildung neuer Lehranstalten zu benennen.



Klöster waren aber auch sich selbst versorgende, rasch florierende Wirtschaftsbetriebe und in der Beschaffung von Lebensmitteln nahezu autark. Das Umfeld des Klosters wurde den Bedürfnissen der Institution angepasst, indem beispielsweise Fischteiche oder Hutewälder angelegt wurden. Für die meisten Dienstleistungen gab es die notwendigen, eigenständigen Werkstätten: Schmiede, Gerberei, Küche, Holzwerkstatt etc. So wurden die Klöster mit ihren Scheunen, Werkstätten, Fischteichen und Nutzgärten zu einer Art Mustergut.



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Das empfanden wir als passend für unsere übergreifende Kultur-‍, Sozial- und Bildungsarbeit. Weniger martialisch als eine Burg oder Wehranlage. Größer als eine einzelne Wohnhausrekonstruktion. Das Hochmittelalter und der Klosterbau boten uns die Möglichkeit, neue Konstruktionsformen und Baustoffe auszuprobieren.



Lübeck ist berühmt für seine Backsteinarchitektur. Wir konnten im Rahmen der Baustelle selbst Backsteine herstellen und brennen. (Auch wenn wir nicht, wie ursprünglich geplant, das gesamte Ensemble aus selbstgefertigten Backsteinen errichtet haben, sondern nur ein Stück Mauer.) Die Zeit der historischen Klostergründungen in unserer Region bietet so unglaublich viel, um es in unsere Bildungsformate zu übertragen.



So setzen wir uns kritisch mit der Christianisierung auseinander, mit den Kreuzzügen gegen die Wenden, der Kolonisation der slawischen Gebiete. Unser bisher schönstes Angebot für Schulklassen hierzu ist das Helmold-Projekt. Lateinschüler (9. Klasse) übersetzen Helmold von Bosau im Original und werden von uns handlungsorientiert in die Lebenswelt Helmolds eingeführt.



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Historischer Hintergrund



1186 kamen zwölf Mönche aus dem Zisterzienserkloster Loccum, dem heutigen Niedersachsen, auf Geheiß des holsteinischen Grafen Adolf III. und gründeten an einer strategisch wichtigen Position im slawischen Wagrien, dem heutigen Reinfeld, ein Kloster. Die Wahl des Standortes sollte die Besiedlung des Landes durch sächsische Bauern, Kaufleute und Geistliche stützen und damit die Christianisierung des bis dahin heidnischen Landes sichern.



Helmold von Bosau verfasste wahrscheinlich um 1167 in lateinischer Sprache die ›Chronica Slavorum‹ (Slawenchronik). Diese ist heute eine bedeutende Quelle zu Herrschaftsbildung, Siedlung und Mission in Ostholstein, Mecklenburg, Brandenburg, Pommern bis Skandinavien.



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Mittelalter Digital: Eure Kombination aus Geschichtsraum und pädagogischem Raum ist mir so noch nicht begegnet. Kennt ihr Orte bzw. Kolleginnen und Kollegen, die etwas Ähnliches auf die Beine stellen?



Frank Thomas: Wir sind bisher nahezu einmalig. Leider. Meiner Meinung nach sollte es viel mehr Geschichtserlebnisräume geben. Wir bieten einen einmaligen Begegnungs- und Lernort. Jeder kann anfangen ein solches Projekt zu starten. Es bedarf nur einer Wiese und Menschen, die es umsetzen.



Ein solches Projekt kann klein starten, langsam wachsen und sich somit verschiedenen Bedarfen anpassen. 13 Jahre haben wir ganzjährig lediglich mit zwei Bauwagen und einem Sanitärcontainer als Infrastruktur gearbeitet. Das ging auch. Erst 2013 konnten wir in ein großes Haus einziehen mit Gruppenräumen, Büro, Küche und Sanitärbereich, alles durch eingeworbene Spenden möglich geworden.



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In Berlin / Buch haben Freunde von uns, angelehnt an unsere Erfahrungen, die „Moorwiese“ aufgebaut. Ein Archäologiespielprojekt. Nach unserem Kenntnisstand sind sie die einzigen, die soziale Arbeit und Geschichtsvermittlung ähnlich wie wir betreiben.



Mittelalter Digital: Gibt es etwas, das du dir für euer Projekt und für den Geschichtserlebnisraum „Roter Hahn“ wünschen würdest?



Frank Thomas: Wir sind zufrieden. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es eine gesicherte Grundfinanzierung nicht nur für die Sozialarbeit (der einzige Bereich, der von der Hansestadt Lübeck getragen wird), sondern auch für die Bildungsformate und den Kulturbetrieb. Der Druck, permanent Geld einwerben zu müssen, ist aber schon weniger geworden. Und: weitere Geschichtserlebnisräume in Deutschland.



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Dabei ist die Epoche meiner Meinung nach zweitrangig. Es können auch die Römer oder Dampfmaschinen den Hintergrund bilden. Wichtig ist der Spaß an Geschichte und die Offenheit für Menschen.



Mittelalter Digital: Lieber Frank, herzlichen Dank für die tiefen Einblicke in euer fabelhaftes Projekt! Wenn ihr nun neugierig geworden seid, besucht unbedingt die Webseite des Geschichtserlebnisraumes Roter Hahn und folgt dem Projekt auf Instagram!



Das Interview führte Tobias Enseleit.