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Kaiserpfalz und Diözesanmuseum Paderborn

Wer sich gleichermaßen für das Frühmittelalter wie für die religiösen Lebenswelten der Epoche begeistern kann, dem sei Paderborn ans Herz gelegt. Auf engsten Raum befinden sich hier die Kaiserpfalz, der Dom und das Diözesanmuseum, in dem seit vielen Jahren regelmäßig sehr sehenswerte Sonderausstellungen zur Geschichte und Kultur des Mittelalters gezeigt werden – wie aktuell unter dem Titel ›Welt und Zeit gestalten: Kulturerbe der Prämonstratenser im Erzbistum Paderborn‹.



Karl der Große traf im Jahr 799 in Paderborn Papst Leo und legte dort den Grundstein für seine Kaiserkrönung in Rom ein Jahr später – auf dem Gebiet der erst vor Kurzem besiegten Sachsen, wo er eine eindrucksvolle Königshalle errichten ließ als Machtdemonstration und als Ausdruck zukünftiger Ambitionen. Über den Quellen der Pader erbaute etwa an derselben Stelle später der umtriebige Bischof Meinwerk einen Palast für König Heinrich II. Paderborn war damit für eine Zeit einer der zentralen Orte der Reichsgeschichte, die man bis heute dort in Ansätzen nacherfahren kann.



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Macht auch bei schlechtem Wetter eine gute Figur: Die rekonstruierte Kaiserpfalz, die heute ein LWL-Museum beherbergt, das die Geschichte und Kultur des Frühmittelalters veranschaulicht.



Freundinnen und Freunden von Museen sei das benachbarte Diözesanmuseum ans Herz gelegt, das neben einer sehenswerten Dauerausstellung auf den oberen Etagen die bereits erwähnte Sonderausstellung beherbergt, die sich mit dem Orden der Prämonstratenser beschäftigt: Der Reformorden wurde im 12. Jahrhundert auf die Initiative des Adligen Norberts von Xanten gegründet.



Dieser wandte sich vom weltlichen Leben ab, zog als mittelloser Wanderprediger umher und ließ sich schließlich in Prémontré nieder, wo er ein Kloster gründete. Der hieraus hervorgegangene Prämonstratenserorden orientierte sich an den Regeln des Kirchenvaters Augustinus und forderte neben Keuschheit und Gehorsam auch Armut – und erfreute sich schnell großer Beliebtheit. Die Ausstellung geht der Geschichte des Ordens seit seiner Gründung nach.



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Das Diözesanmuseum in Paderborn ist alleine wegen seiner mehrstöckigen Architektur einen Besuch wert.



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Figuren einer Anna selbdritt und der heiligen Dorothea – beinahe lebensecht.