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rîch ≠ reich

Wenn man im Mhd. „rîch“ ist, ist man zwar infolgedessen meist auch „reich“, man ist aber zuallererst „vornehm, von edler Abstammung“ und „mächtig“.



  • Wenn also von den „kinden rîchen“ die Rede ist, geht es um „edle Kinder“ bzw. „edle junge Menschen“.
  • Hat man einen „rîchen muot“, besitzt man ein „vornehmes Gemüt“.
  • Der „rîche got“ steht dann nochmal eine Stufe über allen anderen und ist dementsprechend auch der „allmächtige Gott“.
  • Wenn aber Siegfried „rîch des guotes“ ist, geht es tatsächlich um seinen materiellen Reichtum: Er ist „reich an Besitz“.



Dass man im materiell-weltlichen Sinne „reich“ ist, ergibt sich folglich aus „rîch“ im Sinne der Bezeichnung für die edle Abstammung und Macht einer Person!



Der Beitrag erschien das erste Mal auf dem Instagram-Kanal von Hartmanns Aue.