Vortrag über Drachen und weitere fantastische Geschöpfe im StiftsMuseum Xanten
Im Rahmen der Reihe StiftsGespräche lädt das StiftsMuseum Xanten am Samstag, 14. März, 15 Uhr zum Vortrag ›Von Drachen, Einhörnern und Igeln: Tiere und ihre religiöse Bedeutung im christlichen Mittelalter‹ ein.
Drachen, Einhörner und Greifen prägen bis heute unser Bild der mittelalterlichen Tierwelt. Sie stehen exemplarisch für eine Epoche in der sich Fantasie und Realität, Exotik und Mythos miteinander verbinden. Der Vortrag von unserem Tobias Enseleit fragt nach den Ursprüngen dieser Vorstellungen und beleuchtet, welche Rolle Tiere im religiösen und gesellschaftlichen Weltbild des christlichen Mittelalters tatsächlich spielten.
Ausgehend von antiken Traditionen spannt er einen Bogen bis ins Spätmittelalter und darüber hinaus. Im Mittelpunkt stehen für Enseleit die symbolische und theologische Deutungen der Tierwelt: von der Schöpfung über moralisch-allegorische Auslegungen bis hin zu endzeitlichen Szenarien. Dabei wird deutlich, dass Tiere – ob real oder imaginiert – weit mehr waren, als bloße Bestandteile der Natur. Sie fungierten als Träger religiöser Bedeutung, moralischer Unterweisung und kosmologischer Ordnung. Gefährliche wie zahme, fremdartige wie vertraute Geschöpfe eröffneten Deutungsräume, in denen sich das damalige Verständnis der Welt und der Heilsgeschichte spiegelte.
Tobias Enseleit hat Geschichte, Germanistik und Interdisziplinäre Mittelalterstudien studiert. Seit mehreren Jahren befasst er sich intensiv damit, wie Wissen aus dem Mittelalter heute wahrgenommen wird, und macht es u. a. in seinem Projekt ›Mittelalter Digital‹ der Öffentlichkeit zugänglich.
Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, bei kalten Getränken ins Gespräch zu kommen oder das Museum und die aktuelle Sonderausstellung ›UN-VERHÜLLT. Der Bildhauer Gil Shachar‹ auf eigene Faust zu erkunden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Museums oder an der Museumskasse unter 02801-9877820.