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Ausschreibung Sommerkurs ›Mittelalterliche Handschriften verstehen lernen‹ in Leipzig

Vom 23. bis 29. August 2026 findet mit Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung der 10. Sommerkurs für Handschriftenkultur an der Universitätsbibliothek Leipzig statt. Er wird vom Handschriftenzentrum der UBL durchgeführt und vom Mediävistikverband e. V. mit zusätzlichen Fördermitteln unterstützt. Der transdisziplinäre Kurs richtet sich an Studierende mittelalterbezogener Fächer in der fortgeschrittenen Master-/Diplomphase sowie an graduierte Early Careers mit mediävistischer Spezialisierung.



Der Kurs ist als gemeinsame Entdeckungsreise an Originalhandschriften angelegt und soll vermitteln, welche Informationen Buchhandschriften des Mittelalters als komplexe historische Objekte transportieren, wie und mit welchen Hilfsmitteln man diese Informationen entschlüsseln und in welcher Form man sie dokumentieren kann.



Im Lauf der Kurswoche werden dabei zentrale Bereiche der Handschriftenkunde behandelt und durch eigene Untersuchungen konkret erfahrbar:

  • Kodikologie, Wasserzeichen- und Einbandkunde
  • Paläographie
  • Funktion und Aussagekraft von Buchschmuck
  • Schreibsprachenbestimmung deutscher Texte
  • Fragmentologie
  • Textidentifikation
  • Musikaufzeichnung im Mittelalter und liturgischer Gesang
  • Rekonstruktion von Gebrauchs- und Besitzgeschichte
  • Bücher als Teil von Büchersammlungen
  • Beschreibungsverfahren



Das Programm umfasst auch eine Exkursion in die Domstiftsbibliothek Merseburg.



Die inhaltliche Betreuung und Durchführung übernimmt das Team des Leipziger Handschriftenzentrums. Es wird dabei für einzelne Themenbereiche durch weitere Expert:innen unterstützt:

  • Prof. Marilena Maniaci (Università degli studi di Cassino e del Lazio meridionale): Paläographie der vorgotischen Schriften
  • Dr. Maria Theisen (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Abteilung Schrift- und Buchwesen): Buchmalerei
  • Prof. Stephen Mossman (University of Manchester): Schreibsprachenbestimmung
  • Michael Braunger M. Mus. (Universität Tübingen): Musikaufzeichnung, Fragmentologie und liturgischer Gesang
  • Dr. Monika Studer (Universitätsbibliothek Basel): Provenienzgeschichte
  • Markus Cottin M.A. (Domstiftsarchiv und -bibliothek Merseburg)



2026 werden 19 Handschriftenkurs-Stipendien vergeben. Ein zusätzlicher Kursplatz wird durch den Mediävistikverband e. V. finanziert und ist für ein Verbandsmitglied reserviert. Die bereitstehenden Fördermittel werden es voraussichtlich erlauben, die Fahrt-, Übernachtungs- und Teilnahmekosten von Stipendiat:innen aus europäischen Ländern vollständig zu übernehmen. Eine Kursgebühr wird nicht erhoben. Die gemeinsame Unterbringung erfolgt in einem Hostel.



Bewerbungsschluss ist der 12. April 2026. Bewerben können sich Personen, die mindestens ihre Masterarbeit oder Vergleichbares konkret aufgenommen haben und ein mediävistisches Forschungsthema bearbeiten. Gute Lateinkenntnisse sind unabdingbare Voraussetzung, da die Handschriftenüberlieferung überwiegend lateinisch ist. Kurssprache ist Deutsch. Als Bewerbungsunterlagen reichen Sie bitte ein:

  • einen tabellarischen Lebenslauf, aus dem insbesondere Ihr universitäres Curriculum, Ihre Fächerkombination(en) sowie Ihr mediävistisches Profil und Forschungsthema hervorgehen
  • Abiturzeugnis oder Vergleichbares sowie aus jedem Fach die erworbenen akademischen Zeugnisse
  • Nachweis der erforderlichen Sprachkenntnisse
  • bei Bewerber:innen, die Mitglied im Mediävistikverband e. V. sind, einen Mitgliedsnachweis



Bitte richten Sie die Bewerbung und mögliche Rückfragen ausschließlich per E-Mail an Dr. Christoph Mackert, Leiter des Handschriftenzentrums der UBL, unter der folgenden Adresse: handschriftenkurs@ub.uni-leipzig.de. Die Auswahlentscheidung richtet sich nach Qualifikation und wird bis spätestens 1. Juni 2026 mitgeteilt.



Weitere Informationen zum Sommerkurs findet ihr hier.