Erforschung des hochmittelalterlichen Agnes-Bronzeleuchters
Der über vier Meter hohe siebenarmige Bronzeleuchter war ein Geschenk der Kaisertochter Agnes, Gattin des Babenbergers Leopold III., an das Stift. Um die Herkunft des 900 Jahre alten Artefakts zu erforschen, startete Wissenschaftler Matthias Mehofer im Februar 2026 eine interdisziplinäre Untersuchungskampagne.
Im Brunnenhaus des Stiftes Klosterneuburg steht ein über vier Meter hoher siebenarmiger Bronzeleuchter, den die Kaisertochter Agnes – Gattin des Babenbergers Leopold III. und Mitbegründerin des Stiftes – dem Stift schenkte. Der riesige Kerzenleuchter war ursprünglich im Chor der romanischen Stiftskirche aufgestellt und gehörte zu deren Grundausstattung. Um die Herkunft des 900 Jahre alten Bronzeleuchters zu erforschen, startete der Wissenschaftler Matthias Mehofer, im Februar 2026, eine interdisziplinäre Untersuchungskampagne.
Der Agnes-Bronzeleuchter wurde um 1130 n. Chr. in Verona gegossen und kommt – so die Annahme – aus der gleichen Werkstatt wie die Bronzetore von S. Zeno in Verona. Diese Zuordnung erfolgte aufgrund der stilistischen und handwerklichen Gestaltung, schriftliche Unterlagen sind nicht vorhanden. Antworten zur tatsächlichen Herkunft erhofft man sich nun durch eine umfangreiche wissenschaftliche Analyse.
Unter der Leitung von Dr. Ing. Mathias Mehofer, vom Vienna Institute for Archaeological Science der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, begann mit Februar 2026 der erste Teil einer mehrjährigen materialwissenschaftlichen und kulturhistorischen Studie. Das Projekt ermöglicht einen einzigartigen Einblick in die mittelalterliche Handwerkskunst der Metallgießer und könnte somit auch den Entstehungsort klären, der eventuell in Niederösterreich gewesen sein könnte. Die ersten Ergebnisse werden im Herbst dieses Jahres erwartet.
Im Rahmen dieses Projekts geht ein transdisziplinäres Team internationaler Forscher:innen den ungeklärten Fragen zur Herstellung beziehungsweise des Herstellungsortes, der Herkunft des Metalls und den mittelalterlichen Handelsnetzwerken nach. Zum Einsatz kommen u. a.: Röntgenfluoreszenzanalyse, 3D-Laserscanning, Mikroskopie und Endoskopie, um naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen.
Weitere Informationen sowie die Projektbeschreibung findet ihr hier.