Konferenz ›Troja im Mittelalter: Tradition, Transformation und Transgression‹
Der Trojanische Krieg im Mittelalter: Das ist ein Kosmos tradierter Geschichten, Bilder und Deutungsmöglichkeiten, die über Genre-, Sprach- und Raumgrenzen hinweg stets neu erzählt werden und die der Epoche in zahlreichen Umformungen zugänglich sind. Eine Tagung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel geht vom 26. bis 28 November 2026 den vielschichtigen Transgressionen und Transformationen nach, die der Stoff und die Stadt im lateinischen und volkssprachigen Mittelalter erfahren.
Im Fokus stehen ästhetische und poetische Fragen, die den Fokus nicht nur auf kanonische Autoren wie Benoit de St-Maure und Konrad von Würzburg, sondern auch auf Phänomene wie Prosa- und Kurzfassungen richten. Ebenso ist die Rolle Trojas als genealogische Meistererzählung für Völker, Reiche und Städte in Ost und West eine Herausforderung für mediävistische Relektüren: Gerade aus Vernichtung und Flucht formen hier Dichter und Chronisten optimistische Gründungsgeschichten, die sich oft direkt an den Untergangsplot anlagern und neben dem legitimatorischen Zweck neue zukunftsweisende Erzähldynamiken in Gang setzen.
Ein weiteres Interessenfeld sind die intergenerischen, intermedialen und diachronen Transformationen des Stoffes, seine synchronen Überlieferungsverbünde und diachronen Linien vom Hochmittelalter bis zur Schwelle der Neuzeit. Hierzu gehören speziell auch die Transformationen trojanischer Figuren, ihrer Konstellationen und Funktionalisierungen. Mit diesen Perspektiven will die Tagung, die auf den reichen Erträgen mediävistischer Trojaforschung der letzten Jahrzehnte aufbaut, ihrerseits das mediävistische Bild Trojas durch mögliche neue Perspektiven "transformieren".
Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm findet ihr hier.