Buchvorstellung: ›Das mittelalterliche Erbe Mitteldeutschlands aus Sicht des 19. Jahrhunderts‹
Wie sehr die Vorstellungen des 19. Jahrhunderts die Denkmallandschaft Mitteldeutschlands und unser Mittelalterbild bis heute prägen, zeigt der neue Band ›Erschließung einer mittelalterlichen Kulturlandschaft im 19. Jahrhundert: Die preußische Provinz Sachsen‹, der am Sonntag, den 13. September 2026, um 11:00 Uhr im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg vorgestellt wird. Die Publikation erscheint als 9. Band der Schriftenreihe des Zentrums für Mittelalterausstellungen im Mitteldeutschen Verlag und versammelt die Beiträge einer wissenschaftlichen Tagung, die im November 2024 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg stattfand.
Thematischer Ausgangspunkt ist die „Große Domreparatur“, also die von König Friedrich Wilhelm III. ermöglichte umfassende Restaurierung des Magdeburger Doms zwischen 1826 und 1834, der im Kulturhistorischen Museum Magdeburg jüngst eine eigene Sonderausstellung gewidmet wurde. Die Beiträge des Bandes beleuchten die Akteure dieses, aber auch anderer Projekte der frühen Denkmalpflege und ihre Wirkungsorte in der preußischen Provinz Sachsen und darüber hinaus. Mit Karl Friedrich Schinkel und Ferdinand von Quast gehörten preußische Baubeamte neben Architekturmalern wie Carl Hasenpflug ebenso zu den Pionieren der Denkmalpflege wie Vertreter der damals noch jungen Disziplin Kunstgeschichte, etwa Ludwig Puttrich und Franz Kugler.
Letzterem und dessen spannenden Entdeckungsreisen ist auch Prof. Dr. Henrik Karges Festvortrag ›Die Entdeckung der Romanik. Franz Kuglers Wanderungen in der Harzregion ab 1832‹ gewidmet. Kuglers Notizen seiner Wanderungen zeigen eindrücklich, in welch vernachlässigtem Zustand sich – teils völlig in Vergessenheit geratene – Kulturschätze unserer Region vor 200 Jahren befanden.
Im Anschluss an die Buchpräsentation und den Festvortrag lädt das Zentrum für Mittelalterausstellungen zu einem Umtrunk ein.
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.
Alle weiteren Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.