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›CROWN. Untersuchungen zu Materialität, Technologie und Erhaltungszustand der Wiener Reichskrone‹

Die legendenhafte Verbindung mit der Person Karls des Großen (reg. 768-814) sicherte der heute in Wien verwahrten Reichskrone nicht nur die Verehrung als Reliquie dieses heiliggesprochenen Herrschers, sondern auch deren Stellenwert als Krönungsinsigne des Heiligen Römischen Reichs (Deutscher Nation). Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt hat sich in den letzten Jahren intensiv der Wiener Krone gewidmet.



Erstmals wurden dabei Materialzusammensetzungen, Fertigungstechniken und -schritte, Eingriffe und Veränderungen an der Krone aus interdisziplinärer Perspektive auf so umfassende Weise untersucht und dokumentiert sowie die Befunde im Vergleich mit zusätzlichen Untersuchungen an einigen ausgewählten Vergleichsbeispielen ausgewertet. Die systematische Sammlung von Text- und Bildquellen sollte das Wissen um das „Schicksal“ des Objektes besonders für die Zeit nach 1500 deutlich erweitern und helfen, zumindest für frühneuzeitliche Eingriffe und Veränderungen zusätzliche Anhaltspunkte zu finden.



In den Blick genommen wurden ebenso sämtliche Inschriften auf der Krone. Der technologische und epigrafische Befund wurde dabei erstmals im direkten Austausch zwischen den Disziplinen erarbeitet und in Hinblick auf die Datierungsfrage diskutiert.



Eine Zusammenfassung der Ergebnisse und einen Ausblick auf offene Fragen bietet unterhaltsam der Vortrag von Prof. Bernd Schneidmüller, der im Kunsthistorischen Museum Wien unter dem Titel ›Das Heilige Römische Reich und seine Kronen‹ gehalten wurde:



Krone und Reichsinsignien spiegelten den Vorrang des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reichs in der christlichen Heilsgeschichte. Der Vortrag von Bernd Schneidmüller führt in diese versunkene Welt der Zeichen und skizziert das Selbstbewusstsein eines göttlichen Gemeinwesens auf Erden. Zur Repräsentation nutzten Könige und Kaiser immer wieder neue Reichskronen. Erst im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit verdrängte die kostbare Wiener Krone – als angebliche Krone Karls des Großen – ihre vielen Konkurrentinnen und erwuchs zur exklusiven Reichskrone.



Im Rahmen des Abendvortrags der internationalen Tagung ›Die Wiener Reichskrone. Ein Forschungsprojekt‹ (Wien, 26. bis 27. Juni 2025) greift Bernd Schneidmüller die Rätsel um Entstehung und Gebrauch der Wiener Krone auf und profiliert das Heilige Römische Reich anhand der Geschichte seiner Kronen:





Weitere Einblicke in das Projekt zur Reichskrone findet ihr auf dessen Webseite.