›Blicke in die Zukunft: Astrologen und Astrologie im spätmittelalterlichen Reich‹
Immer wieder stößt man in den Quellen des späten Mittelalters auf Astrologen, die Fürsten an ihren Höfen berieten, aber auch in den Städten tätig waren. Sogar an Universitäten begegneten Sterndeuter, da astronomisches wie astrologisches Wissen für die medizinische Praxis als unerlässlich galten.
In der Geschichtswissenschaft nahm man das aber mit Befremden wahr, als Ausdruck des abergläubischen Charakters einzelner Protagonisten oder sogar des gesamten Zeitalters. Heute wird dieses Bild revidiert.
Die Präsenz und der Erfolg der Experten der Sterne erscheinen vielmehr als Ausdruck einer sich entwickelnden Expertenkultur, die für Entscheidungen jeglicher Art Orientierungswissen bereitstellen konnte. Wer sich für die Zukunft wappnen wollte, der musste sich entsprechend beraten lassen. So empfahl es bereits der fiktive Aristoteles in der verbreiteten Ratgeberschrift ›Secretum Secretorum‹ seinem Schüler Alexander dem Großen.
Prof. Klaus Oschema wirft in seinem Vortrag ›Blicke in die Zukunft. Astrologen und Astrologie im spätmittelalterlichen Reich‹ exemplarische Schlaglichter auf die Präsenz und die Tätigkeit von Astrologen des späten Mittelalters. Dabei geraten herausragende Fürsten wie Friedrich III. und sein Sohn Maximilian ebenso in den Fokus wie berühmte Vertreter des humanistischen Denkens wie etwa der Nürnberger Arzt und Historiker Hartmann Schedel. An ihren Beispielen wird gezeigt, wie die Astrologie zum zentralen Bestandteil der spätmittelalterlichen Kultur avancierte, zugleich aber von ihren Gegnern aus dem Klerus oder der Gelehrtenwelt angefeindet wurde.
Der Vortrag findet 18. Februar 2026 ab 18 Uhr 30 im Ratssaal der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels, Meßplatz 1 (barrierefrei) am im Rahmen der Reihe ›Junges Mittelalter‹ statt. Der Eintritt frei .