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›Shalom am Rhein‹: Ausstellung zum Judentum in Mainz

Seit dem 15. Januar 2026 bietet eine neue Sonderausstellung mit berührenden Objekten und eindrucksvollen Biografien neue Blicke auf das Miteinander der jüdischen und der nicht-jüdischen Gesellschaft. Sie zeigt eindrucksvoll die Strahlkraft jüdischer Kultur, Wissenschaft und Religion ebenso wie die Brüche durch Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung – und die Kraft des Neubeginns. Ausgangspunkt der Ausstellung ist das wirkmächtige jüdische Erbe der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz, dessen Anerkennung als UNESCO-Welterbe sich 2026 zum fünften Mal jährt.



„Die Eröffnung der neuen Ausstellung im Jahr des fünfjährigen UNESCO-Jubiläums von SchUM ist ein starkes und sichtbares Zeichen für die Bedeutung des jüdischen Erbes in Rheinland-Pfalz. Sie unterstreicht den gemeinsamen Anspruch des Landes, dieses einzigartige religiöse, kulturelle und intellektuelle Erbe dauerhaft zu vermitteln und zu bewahren. Die Entwicklungen in den SchUM-Gemeinden haben das europäische Judentum nachhaltig geprägt und sind ein identitätsstiftender Teil unserer Landesgeschichte. Der bewusste Blick auf diese Geschichte – mit ihren hellen wie auch dunklen Kapiteln – stärkt unsere Haltung für die Zukunft und verpflichtet uns, jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“, sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Sein Dank gelte allen, die sich aktiv dafür einsetzen, dieses Erbe lebendig zu halten.



„Auf über 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche führt ›Shalom am Rhein‹ vom Mittelalter bis in die Gegenwart und verdeutlicht, wie reich, vielfältig und zugleich verletzlich jüdisches Leben über Jahrhunderte in unserem Land war und ist. Gerade heute ist es ungemein wichtig, dass wir Orte der Vermittlung, der Erinnerung und des Dialogs schaffen. Dafür steht die neue Ausstellung, die erstmals seit dem Auszug des Landtags wieder in der barocken Steinhalle des Landesmuseums gezeigt wird und diese für das kulturelle Erbe zurückgewinnt“, sagte Innenminister Michael Ebling.



In der Ausstellung wird die Geschichte jüdischer Gemeinden am Rhein als Geschichte des Wissens, der religiösen Tradition und der kulturellen Innovation erzählt. Sichtbar wird, wie die SchUM-Gemeinden im Mittelalter zu einem geistigen Zentrum nördlich der Alpen wurden – mit Synagogen, Mikwen und Friedhöfen als steinernen Zeugen jüdischen Erbes. Zugleich machen die historischen Spuren die wiederkehrenden Zerstörungen und das Spannungsfeld zwischen Nähe, Teilhabe und Gewalt deutlich.



Ein besonderer Fokus liegt auf dem Landjudentum, das sich ab der frühen Neuzeit als Folge von Vertreibungen aus vielen Städten entwickelte. In Dörfern – oft entlang von Rhein, Mosel, Nahe und Saar – prägten jüdische Familien über Jahrhunderte das regionale Leben mit, trotz hoher Schutzgelder, Einschränkungen und Berufsverbote.



„In vielen Gemeinden lebten Jüdinnen und Juden als Minderheit inmitten der Mehrheitsgesellschaft – oft gezwungen, sich anzupassen, und zugleich entschlossen, ihre eigenen Traditionen zu bewahren. Diese Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit verlieh den Gemeinschaften eine besondere Stärke. Sichtbar wird auch die Rolle der Frauen, die schon früh in Familie, Religion und Handel selbstbewusst Verantwortung übernahmen – ein Bild von Eigenständigkeit, das seiner Zeit voraus war“, erklärten Generaldirektorin Dr. Heike Otto und Museumdirektorin Dr. Birgit Heide von der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), zu der das Landesmuseum gehört.



›Shalom am Rhein‹ ist seit dem 15. Januar 2026 im Landesmuseum Mainz zu sehen und wird über mehrere Jahre fester Bestandteil des Ausstellungsangebots sein. Parallel zur Ausstellung wird es ein umfassendes Begleitprogramm mit Lesungen, Vorträgen, Workshops für Schulgruppen und zahlreichen Führungen geben. Kuratiert wurde die Ausstellung von einem Team der GDKE und des Innenministeriums in Zusammenarbeit mit der Agentur für jüdische Kultur Altenburg & Graf und unter enger Einbindung weiterer Partner wie den jüdischen Gemeinden.



Weitere Informationen zur Ausstellung findet ihr auf der Webseite des Landesmuseums Mainz.