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Was wäre Gutenberg ohne Papier? Die Medienrevolution: mit Carla Meyer-Schlenkrich

Wir sind in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Mainzer Johannes Gutenberg hatte einen revolutionären Einfall. Er stellte einzelne Buchstaben aus Metall her, die er für jeden Text beliebig zu Wörtern, Sätzen und Absätzen zusammensetzen und wieder auseinandernehmen konnte. Von den Weinbauern seiner Gegend schaute er sich die Spindelpresse ab und mixte aus Leinöl und Ruß Druckerschwärze. Schon in seinen ersten Druckwerken entwickelte er eine Präzision, die noch heute bewundert wird.



Um den Blocksatz akkurat herzustellen, goss er jeden Druckbuchstaben des Alphabets in zehn unterschiedlichen Breiten. Damit jede Zeile exakt gleichlang war, konnte er mit den unterschiedlich breiten Metallbuchstaben die Abstände haargenau anpassen. Sein erstes gedrucktes Buch war die Bibel mit einer Auflage von 180 Stück. 49 sind davon noch heute erhalten unter anderem in Berlin, New York oder Tokio. Kurze Zeit später schossen in ganz Europa Druckerpressen aus dem Boden und die Medienrevolution begann...



Aber stimmt die Geschichte der Medienrevolution aus Mainz eigentlich? Was hätte Gutenberg ohne Papier gemacht? Oder ohne Leser? Die Revolution, sagt Carla Meyer Schlenkrich, hat mindestens 100 Jahre früher eingesetzt, als immer mehr Menschen lesen und schreiben lernten und sich die Erfindung des Papiers langsam verbreitete. Ohne Papier kein Druck und ohne Leser keine Bücher. Die eigentliche Medienrevolution schlich auf leisen Sohlen durchs Spätmittelalter.



Der Podcast erschien das erste Mal auf der Webseite von Wer wir sind und warum das nicht klappte.