Die Vitalienbrüder. Wer war Klaus Störtebeker?: mit Gregor Rohmann
Wer wir sind und warum das nicht klappte
Was bleibt von Klaus Störtebeker und der Seeräuberromantik des Mittelalters, wenn man zeitgenössische Quellen erforscht? Darüber sprechen wir heute.
Die Vitalienbrüder waren Gewaltunternehmer zur See und keine sozialromantischen Freibeuter sagt Gregor Rohmann, Professor für die regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs in Rostock. Jede Konfliktpartei auf der Ostsee konnte sie engagieren. Die dänische Königin genauso, wie die Mecklenburger Herzöge oder die Hanse. Die Vitalienbrüder wechselten oft die Seiten. In einer Zeit ohne wirksames Gewaltmonopol waren sie legitime Unterstützer zur Durchsetzung des privaten Rechts. So jedenfalls sah der jeweilige Auftraggeber seine Mitkombattanten. Für die jeweiligen Gegner waren die Vitalienbrüder meistens die "Piraten".
Erst durch die Geschichtsschreibung entsteht die Legende von Klaus Störtebeker, dem legendären Anführer. Gregor Rohmann erforscht seit Jahrzehnten die zeitgenössischen Quellen und fand keinen Hinweis auf einen "Klaus" Störtebeker im Zusammenhang mit den Söldnern zur See. Vielleicht war "Johannes" Störtebeker aus Danzig gemeint. Der wurde allerdings nie hingerichtet, sondern am Ende seines Lebens friedlich in Rostock eingebürgert.
Über die Fahndung nach Klaus Störtebeker und was wir heute gesichert über die Vitalienbrüder wissen, darüber spreche ich mit dem Historiker Gregor Rohmann in dieser Episode.
Der Podcast erschien das erste Mal auf der Webseite von Wer wir sind und warum das nicht klappte.