Die fünf besten Mittelalterfilme aller Zeiten
Tobias Enseleit
Mehr als einhundert Jahre Filmgeschichte, wenigstens ebenso viele Filme aus den unterschiedlichsten Genres. Von knallharter Action bis zu hinreißender Romantik, mal dramatisch, mal lustig, mal B-Movie, mal Kinoblockbuster, vom Untergang Roms bis zur Entdeckung Amerikas und darüber hinaus: Das Mittelalter im Spielfilm hat unzählige unterschiedliche Gesichter.¹ Manche Filme gelten als zeitlose Klassiker, wieder andere als große Flops. Aus dieser ganzen Heerschar von Produktionen die besten fünf auszuwählen, kann eines nicht sein: hundertprozentig objektiv und umgreifend konsensfähig. Wir gehen durch die Jahrzehnte der Filmgeschichte, diskutieren, was ein Mittelalterfilm eigentlich ist und was in der Folge einen guten Mittelalterfilm ausmacht – und werden sehen, dass es auf die Frage "Was sind die besten Mittelalterfilme aller Zeiten?" viele, viele Antworten geben wird.²
Wir beschäftigen uns erst einmal theoretisch mit dem Mittelalterfilm.
Wer sich dafür nicht interessiert und gleich in unsere Top 5 schauen möchte, kann über den Table of Content direkt dort hin springen.
Seit geraumer Zeit wird in der mediävistischen Forschung mit Blick auf den außerakademischen Bereich von einem Boom des Mittelalters gesprochen, der sich in zahlreichen Produktionen über die Mediengrenzen hinweg zeige. Insbesondere im Serienbereich sind mit ›Game of Thrones‹ (2011-2019), ›Vikings‹ (seit 2013), ›Marco Polo‹ (2014-2016) oder ›The Witcher‹ (seit 2019) „mittelalterliche“ Produktionen überaus beliebt, wobei die Fantasy quantitativ dem „echten“ Mittelalter den Rang abläuft.³ Schon der letzte Nebensatz zeigt, dass das Verständnis dessen, was unter „Mittelalter“ und „mittelalterlich“ verstanden wird, der Erklärung bedarf. In diesem Beitrag wird uns jedenfalls nur das „echte“ Mittelalter interessieren. Wir werden gleich diskutieren, was das ist.
Filme, die das Mittelalter thematisieren, sind quasi so alt wie das Medium selbst. Viele der frühen Filme wie Cecil B. DeMilles ›Die Jungfrau von Orleans‹ (1916) oder Allan Dwans ›Robin Hood‹ (1922) sind heute nur noch einem Nischenpublikum bekannt.
Wo die Serienlandschaft im Moment prächtig gedeiht, scheint im Hinblick auf den Spielfilm die Zeit der großen Blockbuster vorbei zu sein – und das bereits seit einiger Zeit.⁴ Die letzten zwei Mittelalterfilme mit Anspruch an Qualität, Werbebudget und Authentizität (zu dieser schwierigen Kategorie auch gleich mehr) haben den Sprung auf die Kinoleinwand gar nicht mehr geschafft, sondern wurden von Netflix direkt in die eigenen vier Wände gestreamt: Gemeint sind ›Outlaw King‹ (2018) und ›The King‹ (2019), beide mit royalen Protagonisten und dem Fokus auf die mittelalterliche Geschichte der britischen Insel.
Mit Blick auf die Zeit davor muss man schon etwas suchen, bis man den nächsten großen Kinofilm findet: Im Jahr 2013 erschien mit ›Der Medicus‹ die bildgewaltige und durchaus sehenswerte Leinwandadaption des gleichnamigen Buchbestsellers von Noah Gordon, während 2010 mit Russell Crowe wieder einmal eine ›Robin Hood‹-Verfilmung die Zuschauer ins dreckige und gewalttätige Mittelalter entführte. Mit ›Die Päpstin‹ inszenierte eine deutsche Produktion ebenfalls auf Grundlage einer Romanvorlage das 9. Jahrhundert. Der letzte wirklich große Mittelalter-Kinoblockbuster der 2000er-Jahre, seinerzeit eine breite Rezeption erfahrend und noch heute gerne gesehen, war 2005 Ridley Scotts ›Königreich der Himmel‹. Damit lässt sich – auch mit Blick auf die Jahre vor der Jahrtausendwende – insgesamt festhalten: In den letzten Jahrzehnten erschien rund alle fünf Jahre ein „großer“ Mittelalterfilm.
Was ist ein „mittelalterlicher“ Film?
Damit stellt sich die auf den ersten Blick triviale Frage: Was ist ein „mittelalterlicher“ Film eigentlich? In der mediävistischen Forschung haben sich insbesondere für den Spielfilm ein enges und ein weites Verständnis von „mittelalterlich“ etabliert. Diese Kategorisierungen lassen sich grundsätzlich auf die komplette Medienlandschaft anwenden – also etwa auch auf Videospiele oder historische Romane:
Als „eng“ bzw. „echt“ „mittelalterlich“ werden demnach Produktionen gefasst, die zeitlich in der historischen Epoche (also über den Daumen gepeilt zwischen den Jahren 500 und 1500) angesiedelt sind und dabei möglichst realistisch erscheinen wollen, indem sie z.B. auf fantastische Elemente verzichten.
In einem weiteren Verständnis „mittelalterlich“ sind hingegen Produktionen, die nicht zwingend in diesem Zeitraum spielen müssen (oder die eine konkrete Datierung überhaupt nicht vornehmen), aber die sich in „ihrer Ausgestaltung, ihrer Ikonographie, ihrem Narrativ oder durch Motivanleihen ›mittelalterlicher‹ Elemente bedienen“⁵.
Kreuzritter im Jahr 1938: Steven Spielbergs Genreprimus ›Indiana Jones und der letzte Kreuzzug‹ verhandelt mit der Gralsthematik einen mittelalterlichen Evergreen und kann dadurch mit guten Gründen als „mittelalterlicher“ Film angesehen werden.
So können etwa auch Produktionen durchaus „mittelalterliche“ Elemente oder Marker (dazu gleich mehr) aufweisen und aus diesem Grund als „mittelalterliche“ Filme angesehen werden. Prominente Beispiele sind etwa ›Star Wars‹ mit seinen Rittern, Schwertern, Orden und dem Motiv der Heldenreise oder – bereits dem Titel nach – ›Indiana Jones und der letzte Kreuzzug‹ (1989). Man merkt schnell, dass die Grenzen zwischen einem engen und einem weiten Verständnis durchaus fließend ineinander übergehen können, zum Beispiel indem ein Film in einem konkreten Jahr spielt, aber gleichzeitig fantastische Elemente aufweist, wie die 2008 erschienene Wikinger-SciFi ›Outlander‹.
Dabei changiert unsere Darstellung vom Mittelalter – freilich in schillernden Graustufen – zwischen den beiden Spektren eines heldischen, farbenfrohen, ordnungsstiftendem Mittelalter einerseits und einem finsteren, blutigen, rückständigen Mittelalter andererseits. Der Mediävist Gerhard Oexle hat dies mit seinem Begriff vom „entzweiten“ Mittelalter auf den Punkt gebracht.⁶
Authentizität und Realismus
Rezensionen, Forendiskussionen und Ratings machen eines deutlich: Rezipienten haben eine sehr konkrete Vorstellung davon, welche Spielfilme realistisch, authentisch und wirklichkeitsnah in ihrer Darstellung sind – und machen dies zu einem wichtigen Kriterium für die Bewertung der Qualität eines Films.
Und sie haben recht konkrete Vorstellungen davon, von welchen Faktoren diese Authentizität abhängig ist. In der Forschung sind diese Faktoren beschrieben und zum Teil klassifiziert worden, je mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung und Benennung, zum Beispiel als „semiotisches“ oder „mittelalterliches“ Inventar, als „metachronismes“ bzw. „prochronismes“ oder als „signs of medievalness“.⁷
Grundlegend lassen sich diese Mittelalter-Marker in zwei Klassen gliedern, die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen:
1) Bezug zu Allgemeinvorstellungen und / oder Klischees: Jedes Kind weiß, dass es sich im Mittelalter befindet, wenn ihm ein Ritter, eine Prinzessin oder ein Drache begegnet und sich am Horizont die Silhouette einer Burganlage abzeichnet. Tatsächlich sind dies Marker für Mittelalter, die wir bereits früh in unserer Kindheit kennenlernen und danach nie wieder verlieren. Da es diese Dinge im „echten“ Mittelalter auch alle wirklich gegeben hat (abgesehen vielleicht vom Drachen), ist dies so naheliegend wie nachvollziehbar.⁸
Zu dieser Kategorie gehören aber auch nicht-körperliche Dinge, wie etwa vermeintliche Vorstellungswelten (tiefe Religiosität; die Erde ist eine Scheibe), kulturelle Standards (der Großteil der Menschen war dumm / ungebildet / oder beides und lebte in einer dreckigen und dunklen Zeit) oder zwischenmenschliche Umgangsformen. Hier sind die Übergänge zu den üblichen Klischees, die wir mit dem Mittelalter assoziieren, recht fließend. So hat etwa der Mediävist Thomas Scharff in einem entsprechend benannten Aufsatz diese auf einer Metaebene das Mittelalter definierenden Aspekte diskutiert und in diesem Rahmen auch auf die heute weit verbreitete Vorstellung hingewiesen, dass das Mittelalter eine ziemlich brutale, gewalttätige und blutrünstige Zeit gewesen sei.⁹
Und ja, die mediale Aufbereitung der Epoche ist heute wie nie von abgeschlagenen Köpfen, aufgespießten Körpern, vergewaltigten Frauen (und Männern) und gefolterten Menschen gekennzeichnet. Dass Gewaltdarstellungen aber keinesfalls ein Mittelalter-spezifisches Phänomen sind, muss an dieser Stelle einschränkend herausgestellt werden: Genauso schlimm ging es auch – glaubt man jedenfalls den medialen Inszenierungen – in der Antike, bei den Piraten, im Mafiamilieu der 1930er Jahre oder wann auch immer zu.
Die immer mehr Raum einnehmende und explizitere Darstellung von Gewalt und Sexualität ist in den letzten zwanzig Jahren epochen- wie medienübergreifend zu beobachten. Gleichwohl gilt: Wird das Mittelalter einmal nicht explizit dunkel, blutrünstig oder gewalttätig dargestellt, kann dies heute im Hinblick auf die Kategorien Realismus und Authentizität schnell zu Irritationen bei den Rezipienten führen.
Wichtig ist jedoch: Unsere Erwartungshaltungen an mittelalterliche Filme sind insbesondere vom herrschenden Zeitgeist und unserer medialen Sozialisation geprägt. Die Finsternis und Gewalttätigkeit haben im Mittelalter der Spielfilme erst Ende der 1960er-Jahre richtig Einzug gehalten. Während in der Zeit davor Mittelalterfilme noch weitestgehend von bunten Gewändern und heroischen Auseinandersetzungen geprägt waren, konnte bereits 1975 Monty Pythons Kultfilm ›Die Ritter der Kokosnuss‹ die bis dahin und bis heute geltenden Allgemeinvorstellungen von der Epoche – Dreck und Schmutz, Gewalt, wissenschaftliche und gesellschaftliche Rückständigkeit aufgrund Festhalten an hanebüchener Religiosität und enggeführt etwa im Bild der Hexenverbrennung – persiflieren. Der Kampf König Artus‘ gegen den schwarzen Ritter, der im Laufe der Auseinandersetzung alle Gliedmaßen verliert, ist einem breiten Publikum bekannt und markiert die vermeintliche Gewalttätigkeit der Epoche, die hier ins Skurrile gewendet wird.
An vielen Stellen ist in der Forschung zurecht konstatiert worden, dass sich Filmproduzenten bei der Gestaltung ihrer Filme weit stärker an der Darstellung erfolgreicher Vorgänger als an historischen Quellen orientieren. In diesem Sinne spricht man von selbstreferentiellen Mittelalterbildern, die sich im Spielfilmkontext im 20. Jahrhundert entwickelt haben.
Medial vermittelte Geschichtsbilder in neuen Produktionen aufzugreifen, soll bei den Zuschauern ein wohliges Wiedererkennungsgefühl auslösen und ihre Erwartungshaltung nicht unterlaufen. Gleichzeitig werden Vorstellungen auf diese Weise immer weiter verfestigt. Diese gegenseitige Beeinflussung gilt grundlegend auch innerhalb anderer Mediengruppen und kann auch medienübergreifend erfolgen.
Auch für andere Epochen funktionieren mediale Geschichtsdarstellungen genauso: Die ansonsten sehr um die Inszenierung von Authentizität bemühte Videospielreihe ›Assassin’s Creed‹ etwa kopiert im bislang letzten Ableger der Serie ›Odyssey‹ (2018) für den Prolog, der die Schlacht zwischen Griechen und Persern bei Thermopylae thematisiert, optisch und zu weiten Teilen inhaltlich Zack Snyders erfolgreichen Film ›300‹ (2006). Der Spielfilm selbst geht auf die gleichnamige Graphic Novel von Frank Miller zurück, die sich wiederum von dem Sandalenfilmklassiker ›Der Löwe von Sparta‹ (1962) mit Richard Egan in der Hauptrolle als Leonidas inspirieren ließ, der seinerzeit, jedenfalls im Hinblick auf Sachkultur und Topoi, starke Anleihen an die Überlieferung Herodots († um 430/420 v. Chr.) aufweist. Auf diese Weise haben wir es mit einer Darstellungskette zu tun, die ausgehend von einer antiken Quelle und ihrer Interpretation in den 1960er Jahren fast sechzig Jahre Mediengeschichte durchlaufen hat!
Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass produzentenseitig nicht der Anspruch erhoben werden kann, ein historisch korrektes und authentisches Produkt kreiert zu haben – unabhängig von der Orientierung an medialen Vorläufern.
Es gibt über die Medienlandschaft hinweg unzählige Beispiele von Produktionen, die sich in irgendeiner Form an historischen Quellen orientiert haben wollen und die ausgebildete Historiker als Experten in den Entstehungsprozess miteinbezogen haben (wobei deren Einflussnahme auf das Endprodukt in der Regel recht marginal ausfällt, wenn man die Berichterstattungen eben jener konsultierten Historiker verfolgt).¹⁰
Das bringt uns zur zweiten Kategorie von Markern für Mittelalterlichkeit:
2) Bezug auf mittelalterliche Quellen und Überlieferung: Nichts ist überzeugender als „Echtes“ in die eigene Produktion zu übertragen, um diese möglichst authentisch wirken zu lassen. Das Feld ist weit: Filme werden in echten Burgen und Altstädten gedreht, Videospiele bauen beides mit großen Authentizitätsanspruch digital nach, Artefakte wie Teppiche, Schmuck oder Kleidung werden nachgearbeitet und als Requisiten verwendet, Motive, Erzählelemente und Liedgut, die uns in Handschriften überliefert sind, in die Handlung und deren Ausgestaltung übertragen.
Patzer oder Unachtsamkeiten in diesem Kontext können in Rezensionen große Kritik hervorrufen, selbst ausgerufene Geschichtsexperten prüfen in Blogs und YouTube-Videos Filme, Spiele und Romane auf die Qualität ihrer inszenierten Authentizität. Was der Prüfmaßstab ist, kann dabei ganz unterschiedlich ausfallen: In der Regel wird ein Abgleich anhand der Sachkultur („Diesen Helm hat es aber erst 100 Jahre später gegeben!“) vorgenommen, weit seltener im Vergleich mit mittelalterlicher und / oder Forschungsliteratur, denn hier sind die Hürden ungleich höher.
Authentizität durch Überlieferung ist nicht nur auf den Spielfilm beschränkt; auch die Videospiele integrieren in hohem Maße „echtes“ Mittelalter. Als ein Beispiel von unzähligen: Im ersten Teil von ›The Witcher‹ (2007) erscheint kurz vor Spielende in einer der finalen Zwischensequenzen neben anderen Darstellungen aus mittelalterlichen Handschriften die Miniatur Walthers von der Vogelweide aus dem Codex Manesse als Fresko an der Wand (im hellen Kreis markiert). Die Miniatur ist kaum zu erkennen und nur wenige Sekunden zu sehen; die Produzenten haben sie trotzdem dort platziert, um in einem Fantasyspiel das Gefühl von Authentizität zu erwecken.
Nichtsdestoweniger ist es grundlegend erfreulich, dass die Sehnsucht nach „echter“ Geschichte so weit verbreitet ist und eingefordert wird. Trotzdem muss betont werden, dass die Einschätzung von Authentizität für die meisten von uns von der eigenen medialen Sozialisation abhängt, denn die wenigsten werden mittelalterliche Quellen im Original gelesen haben. Und die wenigen, die es tun, wissen am besten, dass ohnehin niemand weiß, „wie es wirklich war“.
Tatsächlich besitzen Wissenschaftler im Gegenzug zu Medienproduzenten ein großes Privileg: Sie können frei heraus klarstellen, dass bestimmte Aspekte ihres Themas aufgrund der Quellenlage gar nicht vollständig bestimmt werden können. Weiße Fläche in den Landkarten der Wissenschaft gehören zum täglichen Brot, und man tut tatsächlich eher gut daran, sie sorgsam zu umgrenzen, anstatt zu versuchen, sie auszumalen. Diesen Luxus kann sich ein Medienproduzent gar nicht erlauben: Alles, was im Endprodukt sichtbar ist oder hörbar sein soll, muss vollständig ausgestaltet sein.
Dass eine Produktion ohnehin nicht 100% authentisch sein kann, ist eine triviale Erkenntnis; sich so etwas anschauen würde ohnehin kaum jemand: Im Film müsste Latein oder eine mittelalterliche Vulgärsprache gesprochen werden, die Protagonisten hätten ein Moralempfinden und eine Weltsicht, die wir weder verstehen noch teilen könnten, Erzählungen würden anders funktionieren als wir es gewohnt sind und so weiter und so fort… (in etwa so, als würde man hierzulande eine asiatische Produktion im O-Ton anschauen, die nicht für den westlichen Markt konzipiert ist).
Jedes Medium hat unterschiedliche Möglichkeiten, Authentizität zu inszenieren. In dem Videospiel ›Kingdom Come: Deliverance‹ (2018) etwa, wird das Sichtfeld des Protagonisten Heinrich stark eingeschränkt, sobald er einen Topfhelm oder eine Hundsgugel trägt. So muss der Spieler für einen zusätzlichen Schutz seines Helden Orientierungsbußen hinnehmen.
Erwartungshaltung und Zeitgeist
Um die Zuschauer, Zuhörer und Spieler in der Rezeption abzuholen, müssen Produzenten daher einen Weg finden, ihre modernen Erwartungen an ein Produkt zu erfüllen. Nicht zuletzt deshalb hatten die erfolgreichsten Mittelalterfilme der letzten Jahrzehnte (›Braveheart‹ (1995), ›Königreich der Himmel‹ (2005) und ›Robin Hood‹ (2010)) das Thema „Freiheit“ in den Mittelpunkt und in ein besonders authentisch wirkendes Gewand gestellt, mit dem sich ein vornehmlich US-amerikanisches und westeuropäisches Publikum einwandfrei identifizieren kann.
Auf diese Weise dient eine historische Szenerie dazu, aktuelle gesellschaftliche Fragen aufzuwerfen und zu diskutieren. Geschichte wird „geradezu zur ›Kulisse‹“¹¹, funktioniert als „Projektionsfläche“¹² oder dient als „Referenzepoche der Moderne“¹³, wodurch es „bei der modernen Inszenierung des Mittelalters mithin nicht um eine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern um die Eröffnung neuer Erfahrungs-, Handlungs- und Erlebnisräume in der Gegenwart geht“¹⁴.
Das führt logischerweise dazu, dass in medialen Mittelalterdarstellungen vornehmlich jene Aspekte und Fragen thematisiert werden, die uns heute interessieren. Im Umkehrschluss werden Bereiche ausgelassen oder marginalisiert, die im Mittelalter zwar höchst bedeutend waren, es heute jedoch nicht mehr sind. Religiosität etwa, ohne die ein Verständnis der Epoche nicht annähernd möglich ist, spielt auf das Ganze gesehen im Mittelalter der Medienlandschaft nur noch insofern eine untergeordnete Rolle, als Inhaber von hohen kirchlichen Ämter ideale Bösewichte abzugeben scheinen.
Das war vor einigen Jahrzehnten noch anders (insbesondere im Hollywoodfilm der 1950er Jahre und der Zeit davor). Und es gibt nach wie vor Ausnahmen, die zwar mit Anspruch an die Darstellung von Religiosität herangehen, dabei aber trotzdem Nischenprodukt bleiben, wie Margarethe von Trottas Hildegardfilm ›Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen‹ (2009), oder das Thema als eines unter vielen anderen recht tiefgründig aufgreifen, wie etwa die ersten Staffeln der Serie ›Vikings‹ (2013-2020). Die meisten Produktionen legen ihren Schwerpunkt jedoch auf Themen, für das sich ein säkularisiertes Publikum eher erwärmen kann.
Damit ist insgesamt festzuhalten, dass eine Betrachtung und Analyse von filmischen Produktionen unter den Kategorien ›realistisch‹, ›historisch‹ oder ›authentisch‹ nur bedingt gewinnbringend ist. Denn was wir an einem Film (oder einem anderen Medium) als ›realistisch‹, ›historisch‹ oder ›authentisch‹ zu schätzen meinen, orientiert sich a) gnadenlos am herrschenden Zeitgeist und stellt b) in vielen Fällen nur die Adaption bereits vorhandener Allgemeinvorstellungen und Klischees (im Mittelalter gab es Ritter und Könige und es war dreckig, blutig und heroisch) und das Zitat älterer medialer Darstellungen von Geschichte (s. u.) dar, die zusätzlich mit „echter“ Überlieferung garniert werden.
Ein anschauliches Beispiel medienübergreifender Beeinflussung ist die Darstellung des muslimischen Herrschers Saladin im Videospiel ›Medieval 2: Total War‹ (2006), die sich eng orientiert an der Saladin-Figur aus dem Blockbuster ›Königreich der Himmel‹ (2005), die von Ghassan Massoud gespielt wird. Das Kalkül der Produzenten: Potentielle Spieler haben bereits den Spielfilm gesehen und goutieren – vielleicht auch nur unterbewusst – den Wiedererkennungseffekt. Auf diese Weise können sich bestimmte Vorstellungen in den Köpfen der Rezipienten natürlich auch festsetzen.
In der Forschung hat sich deshalb der Begriff der Authentizitätsfiktion eingebürgert: Produzenten versuchen ein Produkt zu schaffen, das Rezipienten als möglichst „echt“ und „realistisch“ empfinden (ohne dabei auch nur annähernd diesen Anspruch wirklich erfüllen zu müssen).
Natürlich muss einschränkend festgehalten werden, dass Authentizität nicht immer ein zwingender Maßstab für Produzenten ist: Trick- und Animationsfilme unterliegen einem ganz anderen Anspruch in dieser Hinsicht, Farb- und Gewaltästhetiken können als primäres Gestaltungskonzept eine vermeintlich realistische Darstellung überschreiben.
Das heißt aber nicht, dass Trickfilme in der langen intermedialen Beeinflussungskette keine Rolle spielen: Der Prinz John von Disneys ›Robin Hood‹ (1973) stellt das Bindeglied zwischen Prinz John aus ›Ivanhoe – Der schwarze Ritter‹ (1952) und Prinz John aus ›Robin Hood‹ (2010) dar. Krone, Bart, Mimik und Gestik – alle Figuren sind sehr nah beieinander. Trotzdem würden wir unbedarft heute der letzten Darstellung den größten Grad an Authentizität zugestehen, obwohl diese ohne seine Vorgänger mit großer Wahrscheinlichkeit ganz anders ausgesehen hätte.
Kann man unter diesen Gesichtspunkten die Frage, was eigentlich ein „authentischer“ Mittelalterfilm ist, sinnvoll beantworten? Nur schwerlich. Wichtiger sind meines Erachtens zwei Feststellungen:
- Ein vermeintlich nicht authentischer Film muss keineswegs ein schlechter Film sein (das Gegenteil ist in aller Regel sogar der Fall).
- Je realistischer, authentischer und echter ein Film auf den ersten Blick wirkt, desto mehr Vorsicht sollte man bei der Rezeption walten lassen, wenn einem diese Kategorien für den eigenen Rezeptionsgenuss wichtig sind.
Wer es tatsächlich bis hierhin geschafft hat, hat sich alle Lorbeeren verdient, auf der nächsten Seite die besten fünf Mittelalterfilme aller Zeiten kennenzulernen (bzw. die, die wir dafür halten).
#5 Ritter aus Leidenschaft (2001)
Der junge Will Thatcher hat einen Traum: Er will Ritter werden. Sein Problem: Er ist nicht von Adel. So macht sich Will nach dem Tod seines Herrn unter falscher Identität auf den beschwerlichen Weg, der beste Turnierkämpfer seiner Zeit zu werden.
Kaum ein anderer Mittelalterfilm umgeht so galant die Authentizitätsfrage wie ›Ritter aus Leidenschaft‹, der die zahlreichen Anachronismen seiner Darstellung zum großen Pluspunkt macht: fetzige Rockmusik, extravagante Mode, skurrile Figuren – Brian Helgelands Film macht keinen Hehl daraus, dass hier das Mittelalter nur als interessante Kulisse dient, um den US-amerikanischen Topos des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, im unverbrauchten Gewand neu zu erzählen.
Insbesondere die pointierte Inszenierung der Anachronismen, die sich nahtlos in die Ausgestaltung dieser Mittelalterwelt einfügt, hebt den Film auf ein unbeschwertes Niveau, während sich Heath Ledger in der Rolle des Protagonisten Will Thatcher und seine Gefährten (u. a. Mark Addy, der in der Folge auch in anderen Mittelaltergrößen wie ›Robin Hood‹ (2010) und ›Game of Thrones‹ (2011) mitgespielt hat) kurzweilig durch Ritterturniere und höfische Feste streiten, prügeln und lieben.
Damit beweist ›Ritter aus Leidenschaft‹ anschaulich, dass gewollte Nicht-Authentizität zum erstklassigen Alleinstellungsmerkmal avancieren kann.
#4 Der Name der Rose (1986)
Als der scharfsinnige Franziskanermönch William von Baskerville zusammen mit seinem Adlatus Adson ein entlegenes Benediktinerkloster im Apennin erreicht, findet er die dort lebenden Mönche aufgelöst vor: eine Mordserie erschüttert die Mönchsgemeinschaft und wirft ihren Schatten auf ein delikates Geheimnis, das sich irgendwo in der labyrinthartigen Bibliothek des Klosters verbirgt.
Ein abgelegenes Kloster, eine geheimnisvolle Bibliothek, verstörende Morde und ein geistreicher Ermittler, eingebettet in die großen theologischen Fragen des frühen 14. Jahrhunderts – bereits Umberto Ecos, der seines Zeichen selbst Mediävist und Semiotiker war, gleichnamige Buchvorlage zum Film gilt auch in Fachkreisen als ein Glanzstück des historischen Romans.
Obgleich die Filmadaption von ›Der Name der Rose‹ die inhaltliche Tiefe ihrer Vorlage nur in Ansätzen nachzeichnen kann, schafft sie es, ein Genre, das ansonsten dem Roman vorenthalten bleibt, spannend auf die Leinwand zu bringen: den Krimi.
Protagonist William von Baskerville (im Film gespielt von Sean Connery) mag mit seinem aufklärerischen Verstand und scharfsinnigen Ansichten zwar nichts anderes sein als ein mittelalterlicher Sherlock Holmes, die Beurteilung des Authentizitätsgrades hat dies – auch in der Fachwelt – kaum weiter beeinträchtigt. So fiebert man bei Williams Suche nach dem Geheimnis, das sich im von skurrilen Mönchen bewohnten Kloster verbirgt (u. a. grandios verkörpert von Ron Perlman in seiner Paraderolle als Salvatore), bis zum dramatischen Ende mit.
Darüber hinaus kennen Film und Roman zwei Textzeilen, die in vielen Lebenslagen hervorragend genutzt werden können:
Adson, rette die Bücher! – William von Baskerville zu Adson, nachdem in der Bibliothek ein Feuer ausgebrochen ist.
Wahrlich, es sind finstere Zeiten, in denen ein kluger Mann sich genötigt sah, Dinge zu denken, die zueinander im Widerspruch standen! – Umberto Eco, Der Name der Rose. Ein historischer Kriminalroman. Deutsch von Burkhart Kroeber, ungekürzte Lizensausgabe der RM Buch und Mediven Vertrieb GmbH, Berlin 1999, S. 26.
#3 Der 1. Ritter (1995)
Der finstere Tyrann Malagant bedroht mit seinen Schergen das friedliche Reich Lyonesse. Dessen Regentin Guinevere entschließt sich, den gerechten König Artus von Camelot zu heiraten, der mit seinen Rittern der Tafelrunde Malagant in Schach halten soll. Doch auf dem Weg zu ihrer Vermählung begegnet Guinevere dem Vagabunden und Draufgänger Lancelot…
›Der 1. Ritter‹ ist wahrscheinlich der kontroverseste Eintrag in dieser Liste; kaum ein Mittelalterfilm hat in den Internetrezensionen so herbe Kritik erfahren. Verschrien als „der blaueste Film aller Zeiten“, schlimmer „Romantikkitsch“ und „Disneyabklatsch“ wird der Grund für den zahlreichen Tadel rasch ersichtlich: Der Film unterläuft die Erwartungen und den Anspruch, die Rezipienten an den Authentizitätsgrad eines guten Mittelalterfilms stellen.
Hier zeigt sich, wie im Einzelfall inszenierte Authentizität (bzw. ihr Fehlen) als Gradmesser für die qualitative Bewertung eines Films dienen kann. Während etwa ›Ritter aus Leidenschaft‹ durch die unverhohlene Betonung seiner Anachronismen jede Kritik in der Hinsicht gleich im Keim erstickt, gelingt dies dem ersten Ritter allem Anschein nach bei vielen Rezipienten nicht.
Dabei funktioniert die Inszenierung der Filmwelt insbesondere durch die klare inhaltliche wie optische Trennung zwischen Gut und Böse und der zarten futuristischen Note in Kleidung, Bewaffnung und Setgestaltung meines Erachtens hervorragend. Die vortreffliche musikalische Untermalung von Jerry Goldsmith tut ihr Übriges. Das Resultat ist ein kurzweiliges und unterhaltsames Ritterabenteuer, das zugegeben manchmal ins Romantisch-Schmachtende abdriften kann, das man sich aber nichtsdestoweniger wenigstens einmal im Jahr an einem verregneten Sonntag anschauen kann.
#2 Braveheart (1995) & Königreich der Himmel (2005)
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts: König Edward I. setzt seine Vorherrschaft über Schottland mit tyrannischer Gewalt und Härte durch. Als seine Truppen die Frau von William Wallace hinrichten, versammelt dieser Getreue unter seinem Banner, um Schottland vom englischen Joch zu befreien.
Gleich zwei Filme auf Platz 2? Der Grund ist dieser: Wir wollten in unserer Liste ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher filmischer Zugänge zum Mittelalter vorstellen, und obwohl ›Braveheart‹ und ›Königreich der Himmel‹ jeweils für sich genommen zurecht zu den jüngeren Klassikern des Genres gehören und ganz unterschiedlich daher kommen, so funktionieren sie doch in zwei wichtigen Aspekten nahezu identisch: a) in ihrem Anspruch, ein authentisch-realistisches Mittelalter darzustellen, und b) im Hinblick auf das Kernthema: Freiheit.
(Abseits davon werden die meisten Leser die Erwartung haben, beide Filme hier aufgelistet zu finden.)
Beide Filme sind Paradebeispiele dafür, was es in der heutigen Zeit braucht, um einen mittelalterlichen Blockbuster auf die Leinwand zu bringen: Aufwändige Sets und Kulissen, prominente Darsteller und eine Inszenierung von Authentizität, die überaus überzeugend erscheint. Das ist einerseits sehenswert (und beides sind insbesondere aufgrund ihrer narrativen Engführung auf die Freiheitsthematik hin sehr gute Filme), verdeckt dabei andererseits aber, dass tatsächlich so ziemlich gar nichts in beiden Filmen authentisch oder realistisch ist.
Der junge Schmied Balian begibt sich gemeinsam mit seinem lange verschollenen Vater Godfrey von Ibelin auf die Reise ins Heilige Land. Dort wird der fragile Frieden zwischen Christen und Muslime durch religiöse Eiferer auf beiden Seiten gefährdet. Als der schwerkranke König Balduin von Jerusalem stirbt, kommt es zum endgültigen Bruch, und Balian sieht sich zwischen den Fronten eines blutigen Glaubenskrieges gefangen.
Während ›Königreich der Himmel‹ tadellos durch die Brille der Irakkrieg-Kritik gelesen werden kann¹⁵ (und dadurch in seiner Erscheinungszeit ein hochaktuelles Thema filmisch verarbeitete) und mit seinem Fokus auf Toleranzfrage einen ohnehin heute zeitlosen Gegenstand aufgreift, zeichnet ›Braveheart‹ einen nationalen Gegensatz, den es im 14. Jahrhundert mit seinen anderen „staatlichen“ Strukturen und Mentalitäten in der Form gar nicht geben konnte, der aber auf diese Weise insbesondere für ein modernes Publikum Identifizierungspotential birgt. Nicht zuletzt deshalb erfreut sich der Film bis heute auch bei rechtsnationalen schottischen Gruppierungen großer Beliebtheit.
Beide Filme hatten nach ihrem Erscheinen großen Einfluss auf nachfolgende populärkulturelle Darstellungen des Mittelalters und sind nicht zuletzt deshalb vielen bekannt.
#1 Die Ritter der Tafelrunde (1953)
England ist von vielen Jahren des Bürgerkrieges verheert und ausgeblutet. Der kriegsmüde Artus zieht das Königsschwert Excalibur aus dem Stein und erhebt damit Anspruch auf die Herrschaft über ganz England. Gemeinsam mit seinem treuen Freund Lancelot versucht er, den Traum eines geeinten und friedvollen Reichs zu verwirklichen.
Doch bereits vor den modernen Blockbuster gab es zahlreiche Filme, die seinerzeit mit einem vergleichbaren Begriff hätten umschrieben werden können: Michael Curtiz‘ ›Robin Hood, König der Vagabunden‹ (1938) mit Errol Flynn in der Hauptrolle, Richard Thorpes ›Ivanhoe – Der schwarze Ritter‹ (1952) mit Robert Taylor oder Anthony Manns ›El Cid‹ (1963) mit Charlton Heston zeichneten seinerzeit ein Mittelalter, das sich von dem der heutigen Medienlandschaft fulminant unterschied: positiv-heldisch kämpferisch, mitunter leichtfüßig und im besten Wortsinne theatralisch.
Auch hier ist zu beobachten, dass alle Filme grundlegend demselben Zeitgeist (und natürlich denselben US-amerikanischen Zensurbeschränkungen) unterlagen, aber auch noch narrativ anders funktionierten. Einerseits dadurch, aber auch durch ihre Ausgestaltung irritieren sie heute unseren Anspruch an Authentizität. Nichtsdestoweniger gelten die Filme (und manche andere) heute zurecht als Klassiker des Mittelalterfilms.
Insbesondere Richard Thorpes ›Die Ritter der Tafelrunde‹ weist vieles auf, was einen Klassiker auszeichnet: einen herausragenden Cast mit Robert Taylor als Lanzelot, Mel Ferrer als König Artus und einer bezaubernden Ava Gardner als Guinevere, die fulminante Filmmusik von keinem Geringeren als Miklós Rózsa, der sich seinerzeit für beinahe jeden Historienfilm auszeichnete, sowie den bekanntesten Erzählstoff des Mittelalters.
Ein Must See für alle, die beim Thema Mittelalterfilm mitreden möchten!
Literatur
- 1. Vgl. Hedwig Röckelein, Mittelalter-Projektionen, in: Mischa Meier / Simona Slanička (Hrsg.), Antike und Mittelalter im Film: Konstruktion – Dokumentation – Projektion, Köln 2007 (= Beiträge zur Geschichtskultur 29), S. 41-57.
- 2. Vgl. einführend zur Thematik Mittelalter im Film François Amy de la Bretèque, L’imaginaire médiéval dans le cinéma occidental, Paris 2004; Christian Kiening / Heinrich Adolf (Hrsg.), Mittelalter im Film, Berlin / New York 2006 (= Trends in Medieval Philology 6) sowie Meier / Slanička, Antike und Mittelalter im Film [Anm. 1].
- 3. Das hatte bereits Christian Kiening, Mittelalter im Film, in: Ders. / Adolf, Mittelalter im Film [Anm. 2], S. 3 festgestellt.
- 4. So hatte bereits Christian Kuchler, Von Mönchen, Rittern und einer Päpstin: Das Mittelalter im aktuellen Spielfilm. Das Kino als Lernort für Geschichte, in: Thomas Martin Buck / Nicola Brauch (Hrsg.), Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit: Probleme, Perspektiven und Anstöße für die Unterrichtspraxis, Münster 2011, S. 158-163 skeptisch diskutiert, ob es den „Mittelalter-Boom“ für den Kinofilm der 2000er Jahre überhaupt gegeben habe.
- 5. Tobias Enseleit / Christian Peters, Einleitung: Bilder vom Mittelalter. Medium – Sinnbildung – Anwendung, in: Dies. (Hrsg.), Bilder vom Mittelalter. Vorstellungen von einer vergangenen Epoche und ihre Inszenierung in modernen Medien, Münster 2017 (= Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster, X,26), S. 1-44, hier S. 7.
- 6. Otto Gerhard Oexle, Das entzweite Mittelalter, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Die Deutschen und ihr Mittelalter: Themen und Funktionen moderner Geschichtsbilder vom Mittelalter, Darmstadt 1992 (= Ausblicke. Essays und Analysen zu Geschichte und Politik), S. 7-28.
- 7. Vgl. mit Nennung weiterer Literatur Tobias Enseleit, »Magic and Mystery are Part of their History«. Disneys ›Die Gummibärenbande‹ als Geschichtsimagination und als Imagination von Geschichte, in: Ders. / Peters, Bilder vom Mittelalter [Anm. 5], S. 90.
- 8. Vgl. zu dem Thema Bodo von Borries, Das Mittelalter im Geschichtsbewusstsein von Jugendlichen. Empirische Befunde, in: Rolf Ballof (Hrsg.), Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit. Erträge des Kongresses des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands „Geschichte des Mittelaters im Geschichtsunterricht“, Stuttgart 2003, S. 279-291; Markus Drüding / Tobias Enseleit, Ritter, Hexen, Pest und Burgen? Eine explorative Studie zu Mittelalter-Vorstellungen und dem Mittelalter-Verständnis von Geschichtsstudierenden, in: Verstehen. Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften 8 (2017, 1), S. 94-118.
- 9. Thomas Scharff, Wann wird es richtig mittelalterlich? Zur Rekonstruktion des Mittelalters im Film, in: Meier / Slanička, Antike und Mittelalter im Film [Anm. 1], S. 63-83.
- 10. Vgl. etwa Martin Zimmermann, Der Historiker am Set, in: Thomas Fischer / Rainer Wirtz (Hrsg.), Alles authentisch? Popularisierung der Geschichte im Fernsehen, Konstanz 2008, S. 137-160.
- 11. Thomas Martin Buck, Zwischen Primär- und Sekundärmittelalter: Annäherungen an eine ebenso nahe wie ferne Epoche, in: Ders. / Brauch, Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit [Anm. 4], S. 69.
- 12. Wolfgang Hochbruck, Chronosyndrom Light: Mittelalter als Projektions- und Rückzugsraum, in: Buck / Brauch, Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit [Anm. 4], S. 217-233.
- 13. Rolf Ballof, Zum Umgang mit dem Mittelalter, in: Ders., Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit [Anm. 8], S. 11-16.
- 14. Thomas Martin Buck, Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, in: Ders. / Brauch, Das Mittelalter zwischen Vorstellung und Wirklichkeit [Anm. 4], S. 51.
- 15. Vgl. Simona Slanička, Kingdom of Heaven – Der Kreuzzug Ridley Scotts gegen den Irakkrieg, in: Meier / Slanička, Antike und Mittelalter im Film [Anm. 1], S. 385-397.