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Leben auf der Ritterburg: Im Interview mit Goswin von Mallinckrodt

Hand hoch, wer wollte nicht schon einmal auf seiner eigenen Burg leben? Wir haben im Sommer die Gamburg im schönen Taubertal besuchen dürfen und uns dort die Anlage und die beeindrucken Barbarossa-Fresken anschauen können. Heute sprechen wir mit Goswin von Mallinckrodt, der gemeinsam mit seiner Familie die Burg bewohnt und bewirtschaftet – über das Leben auf einer echten Ritterburg und die zahlreichen Herausforderungen, die damit verbunden sind.



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Ein festes Tor und ein beeindruckender Bergfried – so stellt man sich eine Ritterburg vor.



Mittelalter Digital: Lieber Herr von Mallinckrodt, jedes Kind hat wahrscheinlich wenigstens einmal davon geträumt, auf einer echten Ritterburg zu leben. Bei unserem Besuch im Juli erstrahlte die Gamburg im warmen Sonnenschein, der Ausblick ins grüne Tal war phänomenal. Als jemand, der selbst auf seiner eigenen Burg lebt: Ist das Leben auf einer Burg wirklich so romantisch wie die womöglich naiv-kindliche Vorstellung?



Goswin von Mallinckrodt: Zumindest kann es das sein. Ich finde es bizarr, wenn sich private Burgen- und Schlossbesitzer über ihr schreckliches Leben beklagen. Ich denke dann immer: „Wirklich? Im Vergleich zu wem?“ Allerdings liegt die Faszination, die ein Leben in einem solchen Monument mit sich bringen kann, abgesehen von der wunderschönen Umgebung, weniger in einer kitschigen Märchen-Projektion als vielmehr darin, Teil einer jahrhundertelangen Geschichte zu werden und diese in lebendiger Kontinuität weiterzuspinnen und vielleicht sogar ein Stück der Identität eines solchen Gebäudes wiederzubeleben.



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Aus der Vogelperspektive lässt sich die ganze Anlage erkennen.



Allerdings ist es auch wahr, dass man für ein solches Zuhause mit einer gehörigen Portion Idealismus ausgestattet sein muss. Der Haushalt in einem Schloss und die Gartenpflege in einem Park bewegt sich natürlich in anderen Dimensionen als bei einem normalen Heim. Im Winter werden ganze Teile der Anlage gar nicht erst geheizt. Zudem sind gerade Burgen mit allerlei Bauteilen ausgestattet, mit denen man heutzutage nicht mehr wirklich viel anfangen kann:



Wehrmauern? Warttüme? Ein Bergfried? Damit übernehmen private Eigentümer durch ihre Investitionen für unser Kulturerbe eine Aufgabe öffentlichen Interesses, die andernfalls dem Staat, unter zusätzlicher Inanspruchnahme von Steuergeldern, zufallen würde. Denkmale in Privateigentum sparen dem Steuerzahler bares Geld. Bisher wird dies vom deutschen Staat jedoch in nur unzureichender Weise gewürdigt.



Mittelalter Digital: Wenn man sich Ihre Webseite anschaut oder Ihrem Instagram-Kanal folgt, bekommt man schnell eine Vorstellung davon, dass die Gamburg Veranstaltungsort zahlreicher kultureller Events ist, die Sie konzipieren, ausrichten und begleiten. Vor einiger Zeit haben Sie ja auch einen Kulturwanderweg ins Leben gerufen, der von der Gamburg seinen Ausgang nimmt. Das klingt nach viel Engagement und Arbeit: Welche Rolle spielt für Sie die Gamburg im kulturellen Leben ihrer Region, die in der Hinsicht ja sehr viel zu bieten hat?



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Der Ausblick ins weite Tal unter der Burg spricht für sich.



Goswin von Mallinckrodt: Historische Kulturmonumente haben einen enormen infrastrukturellen, wirtschaftlichen und kulturellen Impact auf ihre Region. Auch hierzu ist die entsprechende Erkenntnis im Ausland schon deutlich herangereifter als bei uns. Vor zwei Jahren wurde ich als Tagungsreferent zu genau diesem Thema nach Ungarn eingeladen („Huncastle 2019“), wo Burgruinen sogar professionell rekonstruiert werden, um strukturschwachen ländlichen Regionen wieder ein Zentrum zu verleihen.



Die Ausstrahlung solcher Gebäude war u.a. auch das Thema der letzten Jahrestagung der „Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg e.V.“ auf der Insel Mainau, denen ich als 2. Vorsitzender vorstehe. Außerdem wurde in einer von mir initiierten „Stammtischreihe“ durch engagierte Touristiker der Region eine „Kulturstraßenbahn“ entwickelt, die in Würzburg seit 2015 die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Tauberfrankens bewirbt.



Mittelalter Digital: Für mich als Historiker waren bei unserem Besuch natürlich die Fresken im Palas, die Szenen aus Kaiser Friedrich Barbarossas Kreuzzug zeigen, ein großes Highlight. Ihr Vater hat uns ihre Entdeckung vor mehr als 30 Jahren anschaulich geschildert. Gehören die Fresken mittlerweile zu Ihrem „grauen“ Alltag oder üben sie immer noch eine gewisse Faszination auf Sie aus?



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Die wunderbaren Fresken im Palas sind eines der Highlights der Gamburg.



Goswin von Mallinckrodt: Die Faszination bleibt nach wie vor. Das hat aber auch damit zu tun, dass die Barbarossa-Fresken seit ihrer Entdeckung 1986 immer noch nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben haben. Trotz starker Widerstände des baden-württembergischen Denkmalamtes und obwohl die Saaletage damals noch in zur Vermietung vorgesehene Zimmer unterteilt war, setzten wir uns für die vollständige Freilegung der romanischen Befunde ein.



Die Anlage galt damals noch als relativ unbedeutender, hauptsächlich aus dem 15. und 16. Jh. stammender Bau. Nun aber wurde klar, dass der Saalbau bereits im 12. Jh. von den Edelfreien von Gamburg als außergewöhnlich repräsentative Residenz mit prächtig geschmückten Doppelarkaden, Holzgalerie und romanischer Fußbodenheizung errichtet worden war. Die Fresken mit ihren frühen deutsch-lateinischen Inschriften stellten sich wiederum als älteste weltliche Wandmalereien nördlich der Alpen und einzig erhaltene Original-Ausmalung eines Rittersaals überhaupt heraus.



So wurde die Geschichte der Gamburg und ihrer Besitzer, aber auch die der restlichen Ortschaft und sogar der ganzen Region durch namhafte Archivare, Burgenforscher, Bau- und Kunsthistoriker immer eingehender untersucht und in großen Teilen neu geschrieben. Dabei haben wir immer wieder neue Impulse gegeben, neue Fachleute persönlich angesprochen und letztlich auch selbst geforscht und dokumentiert.



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Kaiser Friedrich Barbarossa höchst persönlich.



Hätten wir diese Forschungen und Restaurierungsarbeiten nicht immer wieder gegen massive Widerstände und nicht zuletzt unter Einsatz großer finanzieller Mittel und persönlicher Opfer durchgesetzt, wäre diesbezüglich gar nichts passiert. „Faire avancer la maison“ – „Das Haus weiter voranbringen“ ist daher in der Familie zum geflügelten Wort und zuweilen auch zur trotzigen Kampfparole geworden.



Mittelalter Digital: Die Entstehung der Fresken geht auf die Bemühungen eines Ritters mit dem Namen Beringer der Jüngere zurück, der eine spannende Figur gewesen sein muss. Nach seiner Teilnahme am Dritten Kreuzzug, der bekanntlich für die deutschen Kreuzritter mit dem Tod des Kaisers in einem Fiasko endete, kehrte Beringer ins Taubertal zurück und ließ den ohnehin sehr aufwendigen Palasbau um das Jahr 1200 noch aufwendiger ausmalen. Weiß man, welche Intentionen hinter der Ausmalung standen und wie Beringer die Mittel für Palas und Ausmalung aufbringen konnte?



Goswin von Mallinckrodt: Beringer der Jüngere gehörte zur Familie der Edelfreien von Gamburg, die in den Schriftquellen bereits im frühen 12 Jh. im Umfeld der Ludowinger auftauchen und auch sonst Verbindungen hatten, die weit über die Region hinausweisen. 1157 erhielten sie die wohl anstelle einer Vorgängerbefestigung neu errichtete Mainzer Grenzfestung Gamburg vom Erzbischof mit allen Rechten zu Lehen.



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Die Fresken sind auch deshalb bemerkenswert, weil sie frühe Darstellungen militärischer Ausrüstung und perspektivisch aufwendige Architektur zeigen.



Bald näherten sie sich jedoch dem Bischof von Würzburg an, von dem sie sogar Lehnsbesitz erhielten, obwohl Beringer der Jüngere (ca. 1164-1219) mit Mechthild von Eppstein, einer Verwandten des späteren Mainzer Erzbischofs Siegfried II., verheiratet war. Mit verschiedenstem Allodial- und Lehnsbesitz trieb die Familie ihre eigene Herrschaftsbildung voran und suchte dabei, wie z.B. auf dem Mailandzug (1158) und dem Kreuzzug (1189-90) Friedrichs I. sowie auf dem Sizilienzug (1194-95) Heinrichs VI. die Nähe zum staufischen Königshaus.



Die herausragende herrschaftliche Stellung, die der sogar als „magnatus“ bezeichnete Beringer der Jüngere im fränkischen Umfeld einnahm, schlug sich offenbar auch in diversen Verwaltungs- und Hofämtern auf der Gamburg nieder. Der Anspruch auf eigene Herrschaft und höfische Repräsentation fand schließlich seinen deutlichsten Ausdruck im Saalbau der Gamburg, den Beringer in den 1180er/90er Jahren mit drei Saalgeschossen errichten ließ. Ein solcher „reiner Saalbau“ war im deutschen Hochmittelalter sonst fast nur in Kaiserpfalzen oder den Burgen großer Landesherren zu finden.



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Die andere Seite des Rittersaals verbirgt ebenfalls architektonische Sehenswürdigkeiten.



Mittelalter Digital: Wie hoch ist das Interesse seitens wissenschaftlicher Institutionen wie Universitäten oder Museen an der Gamburg? Die Fresken etwa haben ja einige Aufmerksamkeit erfahren, aus der auch wissenschaftliche Publikationen hervorgegangen sind.



Goswin von Mallinckrodt: Schon im ersten 1990 publizierten Fachaufsatz seit der Entdeckung der romanischen Saalbefunde wurden diese als „sensationell“ bezeichnet. Bis dahin stammte die letzte wissenschaftliche Abhandlung über die Geschichte der Gamburg aus dem Jahre 1896! Seitdem wurden immer mehr Aspekte der mittelalterlichen Bau- und Besitzergeschichte erforscht und in einzelnen Aufsätzen publiziert.



1997 kam erstmals eine Tagung zustande, die sich ausschließlich mit den romanischen Befunden und der hochmittelalterlichen Geschichte der Gamburg beschäftigte und deren Vorträge zum Großteil von der Wartburg-Gesellschaft im Jahre 2000 publiziert wurden. Aber erst Anfang der 2000er Jahre wurden schließlich Säuberungen und Freilegungen der Wandmalereien und der Saalarchitektur in dem Ausmaß durchgeführt, wie sie sich auch heute im Saal präsentieren.



Danach blieb die Grundlagenforschung zur Untersuchung, Beschreibung und Einordnung der neuen Befunde allerdings lange Zeit unerledigt, was den Fortschritt der Forschungen zur Architektur und vor allem zu den Malereien noch mehr verzögerte. Die vielen überfälligen Forschungen nachzuholen war daher zentraler Antrieb der internationalen Tagung „Repräsentation und Erinnerung“ über das hochmittelalterliche Kulturerbe im Main-Tauber-Gebiet, die 2014 im Kloster Bronnbach und auf der Gamburg stattfand und vom Landesarchiv Baden-Württemberg sowie den Universitäten Mannheim und Heidelberg getragen wurde.



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Der Innenhof der Gamburg, rechts angedeutet der Bergfried.



Ich selbst konnte, dank meines Studiums der Kunst und Kunstgeschichte in Italien, als Mitorganisator, Mitautor und Mitherausgeber des 2016 erschienenen Tagungsbandes einige ausführliche Grundlagenforschungen beisteuern. Außerdem halte ich in Museen und auf Tagungen diverse (kunst-)historische Vorträge zur Geschichte der Gamburg und der Region, wie z.B. auf der Tagung „Unbekannte Romanik“ 2018 (Uni Bamberg (ZeMas)/Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg). Dadurch findet die Gamburg in der Fachwelt natürlich immer mehr Aufmerksamkeit, wie etwa im Ausstellungskatalog der Bayerischen Landesausstellung von 2019.



Mittelalter Digital: Sie können Ihre Familiengeschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, damit also weiter als viele andere Menschen. Ist damit ein ganz eigenes Verhältnis zur Geschichte und Geschichtlichkeit verbunden? Als studierter Mensch, der auch selbst zur Geschichte der Gamburg geforscht hat, scheinen Sie dem Thema bzw. der Geschichtswissenschaft als Disziplin recht zugeneigt.



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Auf der Burg kann man es sich durchaus gut gehen lassen – Verköstigungen inklusive!



Goswin von Mallinckrodt: Erschreckenderweise kenne ich mich in der Geschichte der Gamburg inzwischen besser aus als in meiner eigenen Familiengeschichte! Aber es hat auch vielleicht mit einer ganz gewissen aristokratischen Erziehung zu tun, Geschichte als Kontinuum zu begreifen und weniger als eine Aneinanderreihung von Brüchen oder als etwas, das man nur hinter einer Vitrine betrachten kann, wie das heutzutage populär ist.



Wenn jedes historische Objekt nur noch als Geschichtsdokument betrachtet wird, unter weitgehender Missachtung seines ursprünglichen Sinns, seiner Funktion oder gar seiner ästhetischen Wirkung, ist die Folge eine komplette Musealisierung der Vergangenheit, die ironischerweise für sich genommen gänzlich unhistorisch ist. Aus einem Objekt des Lebens wird somit ein reines Objekt der Wissenschaft und letztlich eine entrückte Reliquie gemacht. Der Mensch der Gegenwart lebt damit, zum reinen Endverbraucher degradiert, wie zwischen den Relikten einer untergegangenen Zivilisation und die Bewohner eines Altbaus wie in ihrem eigenen Ausstellungsraum.



Die Wiederbelebung der Gamburg begann ab dem Moment, in dem man tatsächlich wieder anfing, in ihr zu leben und sie durch private Nutzung zu reaktivieren. Damit funktioniert sie im Gegensatz zu vielen deutschen Burgen und Schlössern, die man als tote Ruine oder ein zu Geschichte erstarrtes Museum vorfindet, heute wieder gemäß ihrer natürlichen Identität.



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An der Burg befindet sich der angelegte Burgpark.



Mittelalter Digital: Während unseres Besuchs haben wir auch einen Eindruck davon gewonnen, wie (auch finanziell) aufwendig der Erhalt der Anlage ist. Stellt es eine große Herausforderung dar, den Status Quo zu erhalten oder darüber hinaus Teile der Gamburg zu restaurieren und neuzugestalten?



Goswin von Mallinckrodt: Wie auf einem Schiff muss bei einem solchen Monument vieles selbst angepackt, repariert und gepflegt werden. Den Status Quo zu erhalten wäre allein schon Aufgabe genug: Gerne bricht alle paar Jahre irgendwo irgendein Teil einer Wehrmauer ein, und allein die Pflege der Burggärten ist gerade in Zeiten von Buchsbaumzünslern etc. nicht offensichtlich.



Doch leider ist man ja auch Opfer seines eigenen Idealismus und der Liebe zum eigenen Zuhause: Niemand zwingt uns ja dazu, einen romanischen Saal freizulegen, die Fresken restaurieren zu lassen oder z.B. den Park und die Burgkapellen wiederherzurichten. Man könnte die Burg problemlos ohne diese Dinge bewohnen! Letztlich wurde damit aber auch eine touristische Öffnung ab 2009 überhaupt erst ermöglicht, auch wenn diese ursprünglich gar nicht beabsichtigt war. Inzwischen sind diese Maßnahmen Teil der Vermarktung, die wiederum einen erheblichen Teil zum Unterhalt der Anlage beiträgt.



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Natur trifft alte Steine.



Mittelalter Digital: In einer SWR-Dokumentation über Ihre Familie und die Gamburg haben Sie kurz erwähnt, dass Sie an einem Comic zur Gamburg arbeiten, wollten aber noch nichts zum Inhalt spoilern: Haben Sie in der Zwischenzeit Gelegenheit gefunden, das Projekt weiterzuführen – und können etwas darüber verraten?



Goswin von Mallinckrodt: Wie ich ja schon in der SWR-Doku erläutert habe, hatte ich mir eine ganz gewisse Zeitspanne vorgegeben, in der ich die touristische Vermarktung der Gamburg von null auf hundert katapultieren wollte, um mich danach wieder stärker meinen illustrativen Arbeiten zuzuwenden. Nachdem ersteres ja ganz gut gelungen ist, bin ich jetzt tatsächlich dabei, an einem entsprechenden Projekt zu arbeiten.



Mittelalter Digital: Nun steht leider wieder die dunkle Jahreszeit vor der Tür: Endet damit auch das Kulturprogramm auf der Gamburg für dieses Jahr? Was haben Sie in der nächsten Zeit oder perspektivisch für das nächste Jahr geplant?



Goswin von Mallinckrodt: Das wird ganz entscheidend von der weiteren Entwicklung der Corona-Situation abhängen, die uns bereits die letzte Wintersaison verhagelt und den Beginn der Hauptsaison um Monate verzögert hat. Letztere dauert auf der Gamburg immer vom ersten Aprilwochenende bis zum ersten Novemberwochenende. In dieser Zeit sind Burg und Burgpark zu festen Öffnungszeiten mit regulären Führungen geöffnet, ebenso wie unser Burgcafé und unser Shop.



Im Schnitt bieten wir pro Jahr außerdem um die 40 Veranstaltungen und Kurse an. In der Wintersaison finden dabei normalerweise unsere monatlichen Sagen- und Geisterführungen sowie kleinere Hauskonzerte statt. Nach Corona hoffen wir auch wieder, unsere beliebte Gamburger Burgweihnacht anbieten zu können. Ab Januar werden unsere geplanten Termine für 2022 auf unserer Webseite nachzulesen sein.



Mittelalter Digital: Lieber Herr von Mallinckrodt, herzlichen Dank für die spannenden Einblicke! Wer sich tiefergehend über die Gamburg informieren möchte, kann dies auf der Webseite und dem Instagram-Kanal und Facebook-Kanal der Gamburg tun!



Das Interview führte Tobias Enseleit.