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Reise ins Mittelalter: Am Rhein, Main und an der Tauber

In Deutschland lassen sich zahlreiche alte Kulturregionen besuchen und erkunden. Nachdem wir bereits mit der Straße der Romanik den Osten Deutschlands bereist und im Kaiserjahr 2020 die Umgebung von Mainz besucht hatten, ging es dieses Mal in dieselbe Himmelsrichtung – und noch ein ganzes Stück weiter. Gleich vier Bundesländer durchreisten wir und erkundeten das Mittelalter in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern.



St. Goar

Väterchen Rhein gehört seit je her zu den wichtigsten Verkehrs- und Handelsadern Mitteleuropasund des heutigen Deutschlands. Das galt natürlich auch schon im Mittelalter, weswegen es nicht verwundert, dass sich an seinen Ufern eine ausgiebige Kulturlandschaft etabliert hat. Unser erstes Ziel war das kleine, direkt am Loreleyfelsen gelegene Örtchen St. Goar, über dem bis heute einige Burgen thronen, von denen sich der Rhein überblicken lässt – eine von ihnen ist die beeindruckende Burg Rheinfels, die seit 2002 zum UNESCO-Welterbe zählt.



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Die große Spornburg wurde 1245 auf Initiative von Dieter V. von Katzenelnbogen als Zollstation für die auf dem Rhein verkehrende Schiffe errichtet. Obwohl heute größtenteils eine Ruine, sind die gräflichen Wohngebäude, die den ältesten Teil der Burg bilden, noch einigermaßen erhalten. Nach und nach wurde die Burg erweitert und schließlich zur Festung ausgebaut, um die flussabgelegene Seite der Anlage vor Angreifern zu schützen.



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Tatsächlich gab es im Laufe der Zeit immer wieder Versuche, die Anlage gewaltsam zu erobern – insgesamt mehr als 30 Mal, allerdings nie mit Erfolg. Dies ist wohl den umfassenden Verteidigungsanlagen geschuldet, zu denen auch ein ausgefeiltes Tunnelnetzwerk gehört, das sich heute noch erkunden lässt, wenn man trittsicher ist und sich im Dunkeln nicht fürchtet.



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Zerstört wurde die Burg Rheinfels am Ende dann aber doch: Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage freiwillig an französische Revolutionstruppen übergeben, welche sie dann später aus der Sorge heraus, die uneinnehmbare Festung könne wieder in die Hand feindlicher Truppen gelangen, sprengten.



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Doch auch in ihrem nicht mehr intakten Zustand lohnt sich die Erkundung der Burg, deren Ausmaße sich von den Ufern des Rheins aus kaum erahnen lassen. Enge dunkle Tunnel, hohe Türme, die einen idealen Ausblick auf den Fluss und das andere Ufer ermöglichen, ein kleines Museum, der riesige unterirdische Lagerkeller und vieles andere laden zum Entdecken ein.



Wir durften eine sehr kurzweilige wie interessante Führung durch die Anlage genießen, an deren Ende der Führer noch in seiner Rolle als Burgbarde ein selbst komponiertes Ständchen zum Besten gab – fein!



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St. Goar ist nach dem aus Aquitanien stammenden Heiligen benannt, der sich unter dem fränkischen König Childebert I. im 6. Jahrhundert als Missionar in der Region niederließ. Das direkt am Fluss gelegene Städtchen ist schnell erkundet, bietet aber ausreichend touristische Einkehrmöglichkeiten und mit der zentralen Stiftskirche auch einen kleinen Sightseeingpunkt.



Kloster Maulbronn

Die nächste Zeit wollten wir in der Umgebung von Würzburg verbringen. Wir wählten aber nicht den direkten Weg, sondern hatten uns als Zwischenstopp ein echtes Highlight auserkoren, das wir schon seit Langem besuchen wollten: das ehemalige Zisterzienserkloster Maulbronn, das sich als eigener kleiner, umfriedeter Ort mit zahlreichen Gebäuden entpuppte.



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Der Wow-Effekt stellte sich bereits ein, nachdem wir das Tor der großen Anlage passiert hatten. Wir kamen sogar rechtzeitig, um dem Ende eines Open Air-Konzerts der Jugendorchester beizuwohnen, die auf dem Platz direkt vor dem Klostergebäude allerlei Evergreens spielten – einen besseren Empfang nach zwei Stunden Fahrt hätten wir uns also kaum erhoffen können.



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Auch hier besuchten wir die Klosteranlage selbst im Rahmen einer Führung. Maulbronn gehört zu den am besten erhaltenen Klöstern nördlich der Alpen, entsprechend viel lässt sich dort heute noch besichtigen, etwa der Kapitelsaal (der Versammlungsraum der Brüder), der Kreuzgang mit dem wunderschönen Brunnenhäuschen oder die Refektorien (Esssäle).



Anschaulich nachvollziehen lassen sich die getrennten Lebensbereiche zwischen den Mönchen, die in Klausur lebten, und den Laienbrüdern. Diese halfen dabei, das Kloster und sein Umland zu bewirtschaften, besaßen aber keinen Zugang zum Klausurbereich.



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Auch die umfriedete Außenanlage lädt mit den Gewerbegebäuden und dem Klostergarten zur Erkundung ein. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher gesorgt. Insofern ist das Kloster Maulbronn für jeden eine Reise wert, der einen Tag lang die Luft des mittelalterlichen Klosterlebens „schnuppern“ möchte.



Das Kloster Maulbronn hat natürlich auch einen eigenen Auftritt im Netz mit weiteren Infos.



Burg Wertheim

Nach unserer Ankunft in der Umgebung von Würzburg besuchten wir ein kleines Schmuckstück: die Burgruine von Wertheim, die majestätisch auf einem Felsen über dem kleinen gleichnamigen Örtchen thront und den Zusammenfluss von Main und Tauber überblickt.



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Die Anlage selbst wurde ab dem Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. Eine gewisse Bedeutung besitzt sie auch für Germanisten, denn es ist gut möglich, dass der berühmte Dichter Wolfram von Eschenbach wenigstens zeitweilig auf der Anlage lebte und dort Teile seines Artusromans ›Parzival‹ aufs Pergament brachte. Ihre heutige Form „verdankt“ die Burg unter anderem einer Pulverexplosion und mehreren Belagerungen während des Dreißigjährigen Kriegs im 17. Jahrhundert.



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Auch wenn es sich vom Tal aus höchstens erahnen lässt: Die Burgruine entpuppt sich als sehr weitläufig und lässt sich, da ihre Teile noch einmal eigens von einer kleinen Schlucht getrennt sind, von allen Seiten immer neu entdecken. Um in die höchsten Höhen zu gelangen, sollten Besucherinnen und Besucher allerdings eher trittsicher und schwindelfrei sein – die Mühe wird mit einem ausschweifenden Rundumblick auf die Landschaft reichlich belohnt.



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Wer sich weiter informieren möchte, hat dazu Möglichkeit auf der burgeigenen Webseite.



Nürnberg

Die zweitgrößte Stadt Bayern ist ein geschichtsträchtiger Ort – auch weit über das Mittelalter hinaus. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts freie Reichsstadt, diente Nürnberg regelmäßig als Aufenthaltsort für Könige und Kaiser. 1356 erließ etwa Karl IV. die Goldene Bulle, die insbesondere die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser durch die Kurfürsten regelte.



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Erster Anlaufpunkt für Mittelalterinteressierte ist sicherlich die Kaiserburg, die hoch über der Stadt thront und nicht nur als Anlage sehenswert ist, sondern auch wegen des dazugehörigen Museums. Dieses widmet sich einerseits dem Thema Herrschaft und zeigt in diesem Kontext etwa Nachbildungen der Reichsinsignien, präsentiert aber andererseits auch einen großen Fundus alltäglicher „Burggegenstände“, darunter zahlreiche Rüstzeug und Waffen.



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Der Rosengarten, der zur Burg gehört, war bei unserem Besuch aufgrund von Umbauarbeiten leider nicht besuchbar – strahlt aber, das wissen wir aus der Vergangenheit, einen ganz eigenen Charme aus. Natürlich bietet sich den Besucherinnen und Besuchern vom Burgberg aus ein wunderbarer Ausblick auf die Nürnberger Altstadt, durch die sich die Pegnitz schlängelt. Eben jene Altstadt hat auch einiges mehr zu bieten.



Direkt unter der Burg befindet sich das Albrecht-Dürer-Haus, in dem der berühmte Künstler zu Beginn des 16. Jahrhunderts lebte und arbeitete. Aus seiner Hand stammen weltbekannte Gemälde und Portraits. So bannte er etwa Jakob Fugger und die Kaiser Maximilian I., Sigismund oder die idealisierte Darstellung Karls des Großen auf die Leinwand. Heute befindet sich im Dürer-Haus ein eigenes Museum.



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Ein Tag reicht kaum aus, um alles Sehenswerte in Nürnberg wenigstens einmal abzulaufen. Mit dem Germanischen Nationalmuseum befindet sich in der Stadt ein echtes museales „Schwergewicht“. Die Altstadt lockt mit einer ausgiebigen Gastronomie und zahlreichen sehenswerten Kirchbauten, wie etwa die Frauenkirche auf dem Hauptmarkt. Ihre Ursprünge offenbaren ein dunkles Kapitel der Stadt, denn sie wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts am Ort der jüdischen Synagoge errichtet, die während eines Judenpogroms zerstört worden war.



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Nürnberg war am Ende des Mittelalters auch ein Zentrum des deutschen Humanismus und beherbergte illustre Gelehrte wie Willibald Pirckheimer, einen Zeitgenossen Dürers. Auch das Klarissenkloster, dem Willibalds Schwester Caritas auf der Wende zur frühen Neuzeit als Äbtissin vorstand, ist bis heute erhalten.



Auf diese Weise bietet die Stadt mehr als genug zu entdecken.



Wer noch mehr Impressionen und Informationen sucht, kann sich die Webseite zur Kaiserburg anschauen.



Burg Rothenfels im Spessart

Burgen gibt es bekanntermaßen in allen Größen und Formen: Ein besonders pittoreskes wie niedliches Exemplar ist die am Main gelegene Burg Rothenfels. In der Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet, thront der romanische Bergfried noch heute über Land und Fluss.



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Anders als etwa die Burg Wertheim ist Rothenfels das Schicksal erspart geblieben, zur Ruine zu werden. Stattdessen fungiert die Burg heute dank einer Jugendherberge und eines Tagungshauses als Begegnungsstätte und bietet im Rahmen ihrer „Burgtage“ insbesondere kleinen Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, ins Mittelalter einzutauchen.



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Weitere Informationen, auch zum Veranstaltungsangebot, findet ihr auf der Webseite der Burg.



Kloster Bronnbach

Ganz in der Nähe von Wertheim liegt im gleichnamigen Ort das ehemalige Zisterzienserkloster Bronnbach, eine Tochtergründung des Klosters Maulbronn aus dem 12. Jahrhundert, die aus einer wunderbaren Anlage besteht. Ähnlich wie in Maulbronn lassen sich auch hier noch viele Teile des Klosters, das nach und nach baulich erweitert wurde, besichtigen.



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Dazu zählen etwa die der Gottesmutter geweihte Kirche, der Kreuzgang und der ursprüngliche Kapitelsaal. Der dem Klostergebäude vorgelagerte Abteigarten lädt zum Verweilen ein, während eine Vinothek, ein Restaurant und zwei opulente Festsäle (deren ursprüngliches Aussehen sich mitunter noch erahnen lässt) auch Veranstaltungen und Tagungen ermöglichen.



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Viele weitere Informationen zum Kloster Bronnbach findet ihr auf der klostereigenen Webseite.



Die Gamburg

Am Ende unserer Reise ins Mittelalter stand noch ein kleines, aber feines Highlight auf dem Programm: der Besuch der Gamburg, die heute von der adligen Familie Mallinckrodt bewohnt und bewirtschaftet wird. Wir kamen in den Genuss, von Hans-Georg von Mallinckrodt, dem pater familias, durch die sehenswerte Anlage geführt zu werden. Er brachte uns aufs anschaulichste die Geschichte und Architektur der Burg (sowie zahlreiche unterhaltsame Anekdoten) näher.



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Heute ist die Burg ein kleines kulturelles Zentrum, in dem über das Jahr hinweg zahlreiche Veranstaltungen angeboten werden. Es dient auch als Ausgangspunkt für einen Kulturwanderweg, den wir ebenfalls ein Stück durch romantische Wäldchen und grüne Wiesen gelaufen sind.



Für uns war der Besuch aber auch insbesondere deshalb ein Höhepunkt, weil sich im ehemaligen Palas – dem Hauptgebäude der Anlage – eine echte Rarität verbirgt: die ältesten weltlichen nachantiken Fresken nördlich der Alpen!



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Die Wandmalereien, von denen nur einige Szenen die Jahrhunderte überdauert haben, zeigen – durchaus vergleichbar mit einem modernen Comic – Szenen aus dem Dritten Kreuzzug, der Ende des 12. Jahrhunderts ausgerufen wurde, um die bedeutenden religiösen Stätten im Heiligen Land zu befreien. Angeführt wurde der Zug vom römisch-deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa, der Jerusalem nie erreichen sollte, dafür aber Eingang in die Bildwelt auf der Gamburg gefunden hat.



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In Auftrag gegeben hat die Wandmalereien der Adlige Beringar der Jüngere, der im Gefolge des Mainzer Erzbischofs ebenfalls Kreuzzugsteilnehmer war und auf diese Weise seinem Abenteuer ein Denkmal setzte.



Erst 1986 entdeckte Hans-Georg von Mallinckrodt die Fresken im Zuge von Umbau- und Renovierungsarbeiten, sodass wir während unserer Führung Einblicke aus erster Hand erhalten durften. Dass wir am Ende der Führung noch von der Dame des Hauses mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden, war das gastfreundschaftliche I-Tüpfelchen auf einem rundum gelungenen Besuch.



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Zwei Klöster, vier Burgen, noch mehr Kirchen – auch dieses Mal durften wir im Süden Deutschlands, über die Landesgrenzen von Hessen, Bayern und Baden-Württemberg hinweg, wieder zahlreiche wunderschöne Stätten besuchen und entdecken. Der kulturelle Reichtum Deutschlands ist enorm. Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?



Wer sich ausführlich über die Gamburg informieren möchte, sollte unbedingt auf ihrer Webseite vorbeischauen.



Damit endete unsere Reise ins Mittelalter leider auch wieder – viele Stätten, die auf unserem Weg lagen, konnten wir wieder nicht besuchen. Trotzdem war dies wieder eine überaus lohnenswerte Reise in die Geschichte und Kultur des Mittelalters, die wir nur jedem empfehlen können. Sehenswerte Altstädte, mächtige und verwunschene Flüsse, beeindruckende Burgen, Klöster und Kirchen – was möchte man mehr?!